06.08.2020 11:22 |

Massenauflauf in Lech

Wo Urlaub auch Urlaub vom Abstand macht

Egal ob einheimisch oder nicht, viele Touristen wollen in den Ferien offenbar auch Urlaub vom Coronavirus nehmen. Dass das nicht gut gehen kann, sollte eigentlich seit Ischgl klar sein. Auch in Vorarlberg scheint die Lust auf Unbekümmertheit groß zu sein. So pferchen sich Dutzende Urlauber jeden Tag eng an eng in die Lecher Wanderbusse - trotz Sicherheitspersonals. Was läuft hier falsch?

Der „Kronenzeitung Vorarlberg“ wurden am Mittwoch Bilder zugespielt, die an längst vergangene Tage erinnern. Unbekümmerte Tage, Tage ohne das Coronavirus - und doch wurden die Bilder erst Mittwochvormittag in Lech aufgenommen. Zu sehen: Dutzende Touristen, die auf die örtlichen Wanderbusse warten. Zwar tragen alle Maske, doch vom Sicherheitsabstand ist nichts zu sehen. Eng an eng drängen die Menschen in den Bus, das eigens abgestellte Sicherheitspersonal steht daneben und unternimmt - nichts.

Umso erstaunlicher sind diese Szenen, da Lech-Zürs sich natürlich ein Sicherheitskonzept für die Sommersaison überlegt hat - und das auch bewirbt. So kann man auf der Website von Lech Zürs Tourismus lesen: “In Zeiten wie diesen bedeutet Abstandhalten Wertschätzung. Und genau das wird hier bei uns in Lech Zürs groß geschrieben! Mehr Raum, mehr Zeit."

„Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen“ fehlt
Es scheitert aber offenbar an der Umsetzung. Hermann Fercher, Chef von Lech Zürs Tourismus, gestand am Mittwoch, dass bei vielen Touristen „das Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen“ fehle. Es hätte auch nichts genützt, die Menschen bloß darauf hinzuweisen, den Sicherheitsabstand einzuhalten. „Darum gibt es seit letzter Woche auch Securitypersonal an den Haltestellen.“ Doch auch dieser Schritt scheint nicht den gewünschten Effekt zu haben.

„Wenn es nicht funktioniert, müssen wir das Securitypersonal aufstocken“, erklärte Fercher. Sicher keine Maßnahme, die den Urlaubern als besonders gastfreundlich in Erinnerung bleiben wird. Strikte Vorgaben von Securitys sind aber wohl allemal besser als eine Covid-19-Erkrankung als „Andenken“...

Angelika Drnek
Angelika Drnek
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