„Handschlagqualität“

Fliegerlegende (93) in NÖ feierlich beigesetzt

Unzähligen Piloten aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland brachte Fliegerlegende Alois Zankl seit den 1950er-Jahren das Pilotenhandwerk bei. Am Freitag wurde der im Alter von 93 Jahren verstorbene Flugpionier feierlich in Wiener Neustadt beigesetzt. Mehrere Maschinen überflogen als Ehrenbezeugung den Friedhof.

Von Vorarlberg bis Eisenstadt ist der Name Alois Zankl in Pilotenkreisen ein Begriff. 1927 geboren, absolvierte Zankl nach seiner Einberufung zum Militär im Zweiten Weltkrieg die Ausbildung zum Jagdflieger.

Nach Ende dieser schrecklichen Zeit baute der begnadete Techniker mit Unterstützung der sowjetischen Besatzungstruppen den Segelflugsport in Niederösterreich neu auf. „Er hat da wohl eine russische Offizierin heftig umgarnt, die ihm dann wohlgesonnen war“, schmunzelte Harald Ledwinka vom Sportfliegerclub Austria in seiner Trauerrede.

Am Flugplatz Spitzerberg bei Hainburg begann der damals knapp 30-Jährige in den 1950er-Jahren damit, Nachwuchspiloten im Segelflug zu schulen - Motorflug war zu dieser Zeit noch von den Alliierten verboten. Später wechselte Zankl nach Wiener Neustadt, wo er weiterhin als Fluglehrer tätig war und wo auch viele burgenländische Piloten nach der Schließung des Flugfeldes Trausdorf ihre fliegerische Heimat fanden.

Wie viele Flieger er in den vergangenen sechs Jahrzehnten ausgebildet hat, lässt sich nur erahnen. „Es waren sicher mehrere Hundert, wenn nicht sogar über tausend“, so ein Weggefährte zur „Krone“. Am 1. Mai verstarb der Wahl-Niederösterreicher im Alter von 93 Jahren. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte er jedoch vorerst nicht beigesetzt werden.

Am Freitag fand auf dem Stadtfriedhof in Wiener Neustadt schließlich die Trauerfeier statt. Roland Dunger, Präsident des Aeroclubs in Niederösterreich, würdigte den Verstorbenen als jemanden, der „das Feuer für die Fliegerei in anderen wecken konnte“ und der „Handschlagqualität hatte“.

Zitat Icon

Diese Handschlagqualität, die Alois hatte, vermisse ich heute leider bei vielen Menschen. Er war ein außergewöhnlicher Mensch.

Roland Dunger, Präsident Aeroclub NÖ

Während der Trauerfeier überflogen mehrere Flugzeuge und ein Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung den Friedhof, um Alois Zankl die letzte Ehre zu erweisen.

Kronen Zeitung

 Niederösterreich-Krone
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