09.07.2020 10:51 |

Höhere Zahlen in Tirol

Corona für 4 Prozent der Todesfälle verantwortlich

In den Monaten März und April 2020 sind in Österreich laut Statistik Austria 588 Personen an einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben. Der Höhepunkt wurde - mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre - in der ersten April-Hälfte erreicht. Danach ist die Sterblichkeit wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen. Betroffen waren vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen und fast doppelt so viele Männer wie Frauen.

„Mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte März ist die Sterblichkeit in Österreich spürbar angestiegen“, erklärt Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria. Durch den darauf folgenden Rückgang auf das Niveau der Vorjahre lag sie in den Monaten März und April insgesamt aber nur um ein Prozent höher als in den Jahren zuvor. Ab dem Alter von 65 Jahren erhöhte sich der Anteil dieser Todesursache stark, die meisten Fälle verzeichnete Tirol.

Risiko vor allem für ältere Menschen
Die Zahlen im Detail: Zwischen 1. März und 30. April 2020 verstarben in Österreich 15.107 Menschen. Bei 588 Fällen wurde Covid-19 als zugrunde liegende Todesursache angegeben, das waren 3,9 Prozent aller Todesfälle. In der Altersgruppe der Unter-60-Jährigen war der Anteil der nach einer SARS-CoV-2-Infektion und Krankheit Verstorbenen mit 1,4 Prozent nur sehr klein (60 bis 64 Jahre: 1,9 Prozent). Schon bei den 65- bis 69-Jährigen waren es 4,3 Prozent (70- bis 74-Jährige: 4,4 Prozent; 75- bis 79-Jährige: 4,5 Prozent; Über-80-Jährige: 4,2 Prozent).

„Ischgl“ und die Folgen
In Tirol betrug der Anteil der Covid-19-Opfer 8,7 Prozent an allen Verstorbenen und stellte damit die Spitze in Österreich dar. In der Steiermark waren es 5,4 Prozent, in Wien fünf Prozent. Dann kamen Salzburg (vier Prozent), Vorarlberg (3,3 Prozent), Niederösterreich (2,8 Prozent) und Oberösterreich (zwei Prozent). In Kärnten (1,2 Prozent) und im Burgenland (1,1 Prozent) wirkte sich die SARS-CoV-2-Pandemie offenbar kaum auf die Sterbeursachen aus.

Sterberate nur wenig gestiegen
Berücksichtige man die unterschiedliche Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung der einzelnen Jahre, zeige sich, dass die Sterblichkeit insgesamt im März und April 2020 nur um ein Prozent höher war als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Somit lag die Sterblichkeit zwar etwas über dem Jahr 2019, aber dennoch unter den Werten der Jahre 2015 und 2018, so die Statistik Austria.

Die Sterblichkeit aufgrund von Covid-19 war in der Periode auch höher als jene durch chronische Atemwegserkrankungen oder Diabetes. Covid-19-Sterbefälle betrafen häufiger Männer (55,1 Prozent) als Frauen. Mit rund 86 Prozent verstarben die meisten Corona-Erkrankten in den Krankenhäusern.

Besonders für Menschen mit Bluthochdruck gefährlich
Verstorbene aufgrund von Covid-19 wiesen etwas mehr zusätzliche Krankheiten auf als Personen ohne SARS-CoV-2-Infektion. Durchschnittlich wurden auf den Totenscheinen 4,8 solcher gesundheitlichen Vorbelastungen verzeichnet. Die häufigste Begleiterkrankung bei Menschen ab dem 65. Lebensjahr war Bluthochdruck.

Ein Fünftel hatte zusätzlich eine Nierenerkrankung und/oder Diabetes und/oder eine ischämische Herzkrankheit (Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten). Bei 17 Prozent der Pandemie-Opfer wurde vorab zusätzlich eine Demenzerkrankung diagnostiziert, bei etwas mehr als zehn Prozent eine chronische Atemwegserkrankung und bei etwas weniger als zehn Prozent eine Krebserkrankung.

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