09.07.2020 10:19 |

Wegen eines Sandwichs

Schwarzer Teenager (16) von Wachpersonal getötet

Erneut sorgt der Tod eines Afroamerikaners für Entsetzen in den USA: Der 16-jährige Cornelius Fredericks wurde in einem Jugendgefängnis von Wachpersonal auf den Boden geworfen und gewürgt - bis sich der Teenager nicht mehr rührte. Der Vorfall zeigt Parallelen zur Causa George Floyd, dem ebenfalls auf dem Boden liegend die Luft abgedrückt wurde, was zu seinem Tod und zu internationalen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt führte. Fredericks Vergehen, das ihm das Leben kostete: Der 16-Jährige hatte ein Sandwich auf einen anderen Häftling geworfen.

Die Tragödie ereignete sich bereits Ende April in einer Jugendhaftanstalt in Kalamazoo im US-Bundesstaat Michigan, doch nun wurde von Fredericks Familie ein Video von Überwachungskameras veröffentlicht, was den Vorfall über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte. In der Cafeteria hatte der 16-Jährige ein Sandwich auf einen anderen Insassen geworfen, daraufhin stürzten sich Mitarbeiter auf den Burschen. Nachdem er umstoßen worden war, warfen sich gleich mehrere Wachleute auf Frederick und würgten ihn. Der Bursche schrie wie George Floyd „Ich kann nicht atmen“, bis er nach mehreren Minuten das Bewusstsein verlor.

Wachpersonal wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Die Mitarbeiter führten danach Wiederbelebungsmaßahmen durch und riefen medizinische Hilfe, der Teenager starb dennoch zwei Tage später. Der Anwalt der Familie, der das Video veröffentlichte, meinte, Fredericks sei „exekutiert“ worden. Die sieben Mitarbeiter, die den Jugendlichen zu Boden gedrückt hätten, hätten ihm Sauerstoff entzogen und sein Gehirn schwer geschädigt. Drei Mitarbeiter der Anstalt Lakeside Academy in Kalamazoo wurden inzwischen wegen des Vorfalls formell von der US-Justiz beschuldigt. Ihnen wird fahrlässige Tötung und die Misshandlung eines Minderjährigen vorgeworfen.

Rassismus großes Thema in den USA seit dem Tod von George Floyd
Der Vorfall erinnert an den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota. Floyd war gestorben, nachdem ein weißer Beamter fast neun Minuten lang auf seinem Nacken gekniet hatte. Floyds Tod löste in den USA landesweite wochenlange Proteste gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt aus. Auch in zahlreichen anderen Ländern gab es solche Proteste.

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