„Vier Pfoten“-Erfolg

Baby-Bär vor kriminellen Wildtierhändlern gerettet

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat eine junge Kragenbärin in Obhut genommen, die den vietnamesischen Behörden am 18. Mai in der Provinz Son La übergeben worden war. Das weibliche Jungtier war erst wenige Monate alt, als kriminelle Wildtierhändler sie an der Grenze zu Laos zum Verkauf anboten.

Eine vietnamesische Familie kaufte die Bärin, um sie vor einem Leben auf einer Bärenfarm oder dem Verkauf zum menschlichen Verzehr zu bewahren und informierte die Behörden. Diese kontaktierten rasch das „Vier Pfoten“-Team, das die medizinische Versorgung übernahm und die Bärin, die den Namen „Mochi“ erhielt, schließlich in seinen Bärenwakd Ninh Binh brachte. Aufgrund der COVID-19 Pandemie musste die Rettungsaktion unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.

„Mochi“ ist wohlauf
„Vier Pfoten“ begrüßt im Rahmen einer Aussendung das schnelle Handeln der vietnamesischen Behörden und ihrer lokalen Partnerorganisation Education for Nature Vietnam (ENV), an die sich die Familie zuerst wandte. Der kleinen Bärin geht es den Umständen entsprechend sehr gut. „‘Mochi‘ ist aufgeweckt, verspielt und intelligent. Die Untersuchungen zeigen bis auf einige kleinere Magen-Darm-Probleme keine Auffälligkeiten. Sie ist in guter körperlicher Verfassung und wiegt zwei Kilogramm. Damit ist sie zwar etwas dünner, als sie sein sollte, doch das wird sich mit der richtigen Ernährung und umfangreicher Pflege innerhalb weniger Wochen bessern“, sagt Tierärztin Szilvia Kalogeropoulu.

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„Mochi“ ist noch in einem kritischen Alter, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Daher wird das Team vom Bärenwald Ninh Binh ihr all die Pflege zukommen lassen, die sie braucht, um sich zu einer gesunden Bärin zu entwickeln. Da die kleine Bärin nicht wieder in die Wildnis entlassen werden kann, wird sie im Schutzzentrum bleiben.

Wildtierhandel in Vietnam
Der legale und illegale Handel mit Wildtieren in Vietnam ist eine Milliardenindustrie. Die Tiere werden sowohl aus der Wildnis gefangen als auch in Gefangenschaft gezüchtet und auf Märkten, in Restaurants und online verkauft. Häufig werden sie auch für traditionelle Heilmittel verwendet. „Es ist schwer zu sagen, ob Mochi in freier Wildbahn gefangen oder auf einer der vielen vietnamesischen oder laotischen Bärenfarmen gezüchtet wurde. Ganz klar ist aber, dass sie viel zu früh von ihrer Mutter getrennt wurde. Wir unterstützen den Kauf von Wildtieren, ungeachtet der Absichten, nicht, weil dadurch der Handel nur weiter finanziert wird. In diesem Fall aber hat die schnelle Reaktion aller Beteiligten dafür gesorgt, dass Mochi jetzt sicher ist“, sagt Kieran Harkin, Internationaler Kampagnenleiter für Wildtierhandel bei „Vier Pfoten“.

Die vietnamesische Regierung hat kürzlich ein Verbot des illegalen Handels mit Wildtieren und der Verwendung von Wildtieren für den menschlichen Verzehr angekündigt, nachdem bekannt wurde, dass der Ausbruch von COVID-19 wahrscheinlich auf den Konsum von Wildtieren in China zurückzuführen ist. Solange dieses Gesetz nicht verabschiedet ist und keine nachhaltigen Veränderungen vorgenommen werden, leiden Millionen von Wildtieren wie Mochi auch weiterhin.

Ein artgemäßes Zuhause für gerettete Bären
In den letzten Jahren ist die Zahl der Bären auf Bärenfarmen in Vietnam gesunken: Im Jahr 2017 waren es noch 936, aktuell sind es 414 Bären. „Obwohl die Zahl der Bären auf den Farmen stark zurückgegangen ist, gibt es immer noch Regionen, in denen sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach Bärengalle weiterhin hoch ist. Diese Regionen müssen jetzt im Fokus von aufrüttelnden Kampagnen und den Durchsetzungsbemühungen der Behörden stehen, um die Nachfrage zu reduzieren und endgültig alle Bärenfarmen in Vietnam zu schließen“, sagt Harkin.

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Auch die „Krone Tierecke“ war bereits vor Ort und rettete Gallebären - eine Spende von 32.000 Euro kam dem Bärenwald Ninh Binh zugute.

"Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner

Mit dem Bärenwald Ninh Binh unterstützt „Vier Pfoten“ die vietnamesische Regierung dabei, die Bärenfarmen in Vietnam zu schließen und wird nach Beendigung aller Bauabeiten bis zu hundert geretteten Bären ein artgemäßes Zuhause bieten. Einschließlich des Neuankömmlings „Mochi“ beherbergt das Schutzzentrum derzeit 32 Kragenbären.

HIER können Sie „Vier Pfoten“ mit einer Spende beim Kampf gegen das Leid von Bären unterstützen,

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Donnerstag, 02. Juli 2020
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