17.05.2020 09:34 |

Skurrile Verordnung

Wenn die „Musi“ nicht mehr blasen kann

Ein wesentlicher Bestandteil der Tiroler Kultur sind unter anderem die Musikkapellen in den Tälern und Gemeinden. Bei Kirchen- und Volksfesten sorgen Holz- und Blechbläser für die musikalische Umrahmung und Stimmung. Wegen der Corona-Krise dürfen jedoch ihre Töne seit zwei Monaten nicht mehr erklingen. Auch Proben sind nicht möglich. Nun gibt es zwar vom Bund Lockerungen, diese sorgen allerdings für Gelächter und Kopfschütteln ...

Denn neben der maximal erlaubten Anzahl von insgesamt zehn Personen in den Proberäumlichkeiten sollen diese auch noch mit einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden Schutzvorrichtung – zum Beispiel einer Maske – die Musikstücke üben. „Das ist lächerlich. Damit kann man beim besten Willen nicht spielen“, kommentiert Armin Huber, Obmann der Musikkapelle Zell am Ziller, die Verordnung.

Richtlinie soll überprüft werden
Sie sei keinesfalls umsetzbar für die insgesamt 60 aktiven Mitglieder. „Wie soll man in ein Mundstück mit Schutzmaske blasen?“, fragt sich auch der Zeller Kapellmeister Fritz Joast. Beide wünschen sich, dass die Richtlinie zum Mund-Nasen-Schutz nochmals überprüft wird. Denn „die diffusen Verordnungen lassen leider nichts zu, außer weiterhin abzuwarten“, zeigt sich Joast enttäuscht.

„Der Zusammenhalt und die Kultur leiden sehr“
Für Proben und auch Auftritte wären alle Musiker motiviert, versichert Huber. Derzeit müsse aber jeder für sich üben. „Es gibt im ganzen Zillertal bzw. in ganz Tirol keine Kapelle, die proben kann. Neben dem Mundschutz lassen das bei uns auch die Quadratmeter nicht zu“, ergänzt Joast. Leiden würde darunter auch der Zusammenhalt unter den Musikern, die sich seit Wochen nicht mehr sehen und austauschen können. „Speziell für die jungen Leute, denen wir die Kultur näher bringen möchten, ist es schwer“, zeigt sich Huber um den Nachwuchs besorgt.

„Wir hoffen alle auf schnelle Lockerungen“
Aufgrund dieser skurrilen Verordnungen, die bei den Kapellen weiterhin für Stillstand sorgen, hofft man auf eine baldige hilfreiche Lockerung. „Die positive Fallentwicklung bei den Corona-Erkrankungen stimmt uns vorsichtig optimistisch“, meint der Kapellmeister.

Im August wäre spezieller Auftritt
Nachdem schon das Frühjahrskonzert sowie der Auftritt beim Gauder Fest ins Wasser gefallen sind, hofft Joast, dass man Ende August beim Schützenregimentstreffen in Zell am Ziller vielleicht doch noch aufmarschieren kann. „Es ist ein spezielles Konzert anlässlich des Jubiläums mit tollen Bildern geplant. Das steht jedoch leider noch in den Sternen.“ Warten auf bessere Verordnungen heißt es also weiterhin für Tirols Kapellen.

Manuel Schwaiger
Manuel Schwaiger
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