Nord-Süd-Gefälle

Todesrate in Italien im März um 50 Prozent höher

Ausland
04.05.2020 16:23

Die Zahl der Todesfälle in Italien im März ist aufgrund der Corona-Krise stark gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 angestiegen. Bei den Todesfällen verzeichnete das italienische Statistikamt Istat ein Plus von 49,4 Prozent. Die Todesrate ist je nach Region unterschiedlich. Im Raum von Bergamo, dem Epizentrum der Coronavirus-Pandemie, wurde im März sogar ein Zuwachs von 568 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2019 gemeldet. In der Lagunenstadt Venedig kam es unterdessen zu Protesten für mehr finanzielle Unterstützung und für eine Wiedereröffnung der Geschäfte, an denen sich etwa 100 Personen beteiligten.

In der lombardischen Stadt Cremona betrug der Zuwachs 391 Prozent, in Lodi 371 Prozent und Brescia 291 Prozent. In Rom sank die Todesrate um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, weil es dort vergleichsweise viel weniger Corona-Infektionen gibt als etwa in der besonders stark betroffenen Lombardei. Laut Istat gebe es klar erkennbare Unterschiede zwischen Nord-, Mittel- und Süditalien. Die Zahlen betreffen 87 Prozent der 7904 italienischen Gemeinden.

Eine Reinigungskraft im Krankenhaus der Stadt Cremona. Hier betrug der Zuwachs der Sterberate im März 391 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Bild: AFP)
Eine Reinigungskraft im Krankenhaus der Stadt Cremona. Hier betrug der Zuwachs der Sterberate im März 391 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Italien lockert Ausgangsbeschränkungen
Italien hatte mit Montag die strengen Ausgangsbeschränkungen gelockert. Die meisten Geschäfte dürfen trotzdem noch nicht öffnen. Restaurants und Bars dürfen nur Liefer- oder Abhol-Service anbieten und bleiben bis Juni für Besuche weiter geschlossen.

Die Schweizergarde im Vatikan, in der italienischen Hauptstadt Rom, wo die Todesrate sogar rückläufig war im Vergleich zum Vorjahr, weil die Corona-Krise in Italien ein starkes Nord-Süd-Gefälle hat. (Bild: AP)
Die Schweizergarde im Vatikan, in der italienischen Hauptstadt Rom, wo die Todesrate sogar rückläufig war im Vergleich zum Vorjahr, weil die Corona-Krise in Italien ein starkes Nord-Süd-Gefälle hat.

Proteste in der Lagunenstadt Venedig
Etwa hundert Personen protestierten am Montag auf der Rialto-Brücke in Venedig gegen zu wenig finanzielle Unterstützung für Kleinhandel, Handwerk, Tourismus und Gastronomie. „Wir wollen arbeiten. Seit zwei Monaten stehen wir still“, hieß es bei der Demonstration am ersten Tag der „Phase 2“ mit einer Lockerung der Ausgangssperre in Italien.

Etwa hundert Personen, viele davon Gewerbetreibende, haben am Montag auf der Rialto-Brücke in Venedig gegen unzulängliche Hilfsmaßnahmen und unter anderem auch gegen restriktive Maßnahmen für den Tourismus demonstriert. (Bild: AFP)
Etwa hundert Personen, viele davon Gewerbetreibende, haben am Montag auf der Rialto-Brücke in Venedig gegen unzulängliche Hilfsmaßnahmen und unter anderem auch gegen restriktive Maßnahmen für den Tourismus demonstriert.

Venedig für Verlängerung der Kurzarbeit
Die vom Hochwasser im Herbst und von der Coronavirus-Pandemie schwer betroffene Lagunenstadt hatte die italienische Regierung dringend um Hilfe gebeten. Bürgermeister Luigi Brugnaro forderte unter anderem die Verlängerung der Kurzarbeit für die Mitarbeiter der schwer betroffenen Tourismusbranche um ein Jahr.

Eine Friseurin beteiligt sich an einem Flashmob auf der Rialto-Brücke in Venedig, um für die Wiederöffnung ihres Geschäfts zu demonstrieren. (Bild: AFP)
Eine Friseurin beteiligt sich an einem Flashmob auf der Rialto-Brücke in Venedig, um für die Wiederöffnung ihres Geschäfts zu demonstrieren.

Fast 29.000 Covid-19-Todesopfer in Italien
Vom 20. Februar bis zum 31. März wurden 13.710 Covid-19-Todesopfer in Italien gemeldet. Insgesamt starben bereits fast 29.000 Menschen in Italien an einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus. Die Sterberate ist bei Männern in allen Altersgruppen höher, außer in jener zwischen 0 und 19 Jahren. Die meisten Todesopfer hatten Vorerkrankungen.

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