60.000 Euro Kosten

Müll auf Innsbrucks Spielplätzen – die Stadt macht sauber

Tirol
09.08.2010 16:43
Dosen, Plastikflaschen und Papiermüll - nicht selten gleichen Innsbrucks Spielplätze einer verschmutzten Müllhalde. Mit dem Projekt "Müll im Wald" will das Forstamt der Stadt gemeinsam mit der Lebenshilfe Tirol diesem Problem Herr werden. Menschen mit Behinderungen reinigen die Anlagen und haben so einen Arbeitsplatz.

Die Müllmassen auf den Spielplätzen in und um Innsbruck geben oft ein erschreckendes Bild ab. Gerade nach den Wochenenden mit Schönwetter ist es besonders extrem. Kein geeigneter Ort zum Spielen.

Daher präsentierte Innsbrucks Vizebürgermeister Franz Gruber am Montag am Arzler Waldspielplatz gemeinsam mit Leonhard Steiger und Ephräm Unterberger vom Forstamt sowie Michaela Steger von der Lebenshilfe Tirol das Projekt "Müll im Wald", mit dem man gegen diesen Negativtrend, der in den vergangenen Jahren stark zunahm, ankämpfen will.

Zehn bis zwölf Menschen mit Handicap sind für die Säuberung von fünf Spielanlagen verantwortlich. "Die Kooperation zwischen der Stadt und der Lebenshilfe zahlt sich für alle Beteiligten aus. Menschen mit Behinderung finden so erfolgreich Anschluss in der Gesellschafts- und Arbeitswelt und sind mit Freude bei der Sache", erläuterte Gruber. Er fordert die Bevölkerung dazu auf, sorgsam mit der Natur umzugehen, um Kosten für Reinigungen zu minimieren. "Den Müll kann man ja wieder mitnehmen", rief Steiger den Schmutzfinken zusätzlich ins Gewissen.

Insgesamt werden pro Jahr 20 Tonnen Müll in den Wäldern und auf landwirtschaftlichen Flächen Innsbrucks gesammelt. Die anfallenden Kosten für die Säuberungen der Einrichtungen verschlingen laut dem Medienservice der Stadt mehr als 60.000 Euro an Steuergeldern - eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Steiger ist froh um das zusätzliche Personal: Obwohl die behinderten Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen nicht überall eingesetzt werden können, funktioniere die Arbeit an den Spielplätzen selbstständig. Die Anlagen seien sauberer als zuvor. Die Stadt erspare sich durch dieses Projekt 800 Euro pro Tag, da sonst weitere Angestellte erforderlich wären.

von Hubert Rauth, Tiroler Krone

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