Auch von Studierenden:

Positive Zwischenbilanz über Fernlehre an der JKU

Mitte März wurde die Linzer JKU mit ihren mehr als 20.000 Studenten und Studentinnen von der Bundesregierung - wie alle anderen Universitäten - disruptiv von Präsenzbetrieb auf Fernlehre umgestellt. Die Zwischenbilanz darüber fällt sowohl vom Rektorat als auch von der Studentenvertretung durchaus positiv aus. In Zahlen: Die JKU hat im Sommersemester 2035 Lehrveranstaltungen mit jeweils mehr als 10 TeilnehmerInnen. Mittlerweile sind 1893 Kurse auf der Lehrplattform Moodle. Derzeit werden pro Tag rund 550 Video-Meetings abgehalten, nämlich Lehrveranstaltungen und Teammeetings, mit pro Tag knapp 6000 Personen.

Stefan Koch, Vizerektor für Lehre, fasst die aktuelle Lage so zusammen: „Aufgrund der Corona-Krise waren wir gezwungen, in sehr kurzer Zeit die gesamte Präsenzlehre auf Distance Learning umzustellen. Natürlich klappt da nicht alles völlig reibungslos, aber als JKU haben wir ein Ziel: Wir wollten und wollen weiter möglichst viele Lehrveranstaltungen und Prüfungen so anbieten, dass unsere Studierenden auch in dieser Situation ein gutes Angebot vorfinden und keine zusätzlich großen Probleme in ihrem Studium dadurch haben. Es ist mit dem Einsatz ganz vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Lehrenden gelungen, in den allermeisten Bereichen ein sehr gutes Angebot vorzulegen.“

Professoren haben viel Freiheit
ÖH-Vorsitzender Mario Hofer, der diese Funktion am 3. März praktisch punktgenau mit Beginnder heißen Phase der Corona-Kreise übernommen hat, sieht das ähnlich wie der Vizerektor: „In den meisten Kursen hat die Umstellung eigentlich gut funktioniert. Es wird ja so gehandhabt, dass jeder Lehrveranstaltungsleiter, jeder Professor da sehr flexibel ist in dem, wie er seinen Kurs jetzt gestaltet. Die meisten machen Videoübertragungen bzw. stellen Folien rein und kommentieren diese online.“

Fleckerlteppich“ bei Prüfungen

Einen Schwachpunkt gibt es aber: „Was man vielleicht noch ein bisschen besser in den Griff bekommen muss, dass die Prüfungen sehr uneinheitlich sind, sagt ÖH-Vorsitzender Hofer: “Denn es finden ja an der Uni selbst quasi keine Prüfungen statt und die LVA-Leiter können jetzt eigentlich diese Leistungen feststellen, wie sie wollen. Also zum Beispiel über Online-Tests oder über Heimklausuren, und das ist ein bisserl ein Fleckenteppich. Da herrscht teilweise auch noch ein bisschen Unsicherheit bei den Studierenden, wobei man aber sagen muss, die meisten Professoren bemühen sich sehr„

Digitalisierungsideen für die Zukunft?
„So wie es jetzt ist, mit der Fernlehre, ist es mal provisorisch.“, räumt Hofer ein: „Da ist keine große Systematik dahinter.“ Kann man trotzdem Ideen in den irgendwann wieder kommenden Regulärbetrieb übernehmen? Die Antwort: „Sicher wäre das wünschenswert, gerade für Leute, die weit entfernt wohnen, die berufstätig sind, die Betreuungspflichten haben, dass dieses Angebot auch nachher noch weiterbesteht. Da kann man schauen, was man anbieten kann.“

Aber die JKU soll Campus-Uni mit Präsenz bleiben
Hofer sagt aber auch klar: „Unser Wunsch als ÖH ist es schon grundsätzlich, dass wir natürlich eine Campus-Uni sind, mit Präsenz an der Uni, das ist uns schon ein Anliegen. Aber für diejenigen, die es brauchen, sollte man Elemente der Fernlehre anbieten.“

Schriftliche Prüfungen ab Mai in der Mensa
Aber auch Elemente des eingestellten Präsenzlehrbetriebs kommen schrittweise zurück: Ab Mai voraussichtlich wird es schriftliche Prüfungen unter strengen Hygienevorkehrungen im Mensagebäude geben, das extra entsprechend bestuhlt wird. Aber sonst wird es bis Juli keinen Betrieb geben. Hofers Schlusswort daher: „Unsere Forderung als ÖH ist grundsätzlich, dass im Sommer möglichst viele Kurse angeboten werden.“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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