14.04.2020 19:32 |

„Mächtigen im Weg“

Strache teilt auf neuer Facebook-Seite kräftig aus

Im Oktober 2019 hatte die FPÖ die Reißleine gezogen und die Facebook-Seite „HC Strache“ ihres ehemaligen Parteivorsitzenden stillgelegt, die daraufhin aus dem Internet verschwand. Von da an postete Heinz-Christian Strache auf seiner privaten Seite, die bei Weitem nicht die Reichweite von 800.000 Fans erzielen konnte, die er zu Spitzenzeiten schaffte. Am Dienstag gab Strache jedoch bekannt, dass er eine neue öffentliche Facebook-Seite gegründet hat: „Heinz-Christian Strache / HC Strache“.

Am Dienstagabend konnte die neue öffentliche Seite Straches bereits fast 5000 Fans verzeichnen. Neben den üblichen Einblicken in das Privatleben der Straches gab es auf der neuen Seite auch ein Posting, in dem der ehemalige Vizekanzler sein Ausscheiden aus der türkis-blauen Regierung hinterfragte: „Ich musste als Vizekanzler weg, weil ich in vielen Bereichen den Mächtigen des alten Systems und den EU-hörigen Zentralisten im Weg war“, schrieb Strache und befeuerte damit einmal mehr Verschwörungstheorien rund um die Hintergründe des berühmt-berüchtigten Ibiza-Videos.

Ibiza-Video war „gezieltes politisches Attentat“
Bereits bei seinem, mittlerweile wieder revidierten, Rückzug aus der Politik hatte Strache das Ibiza-Video als „gezieltes politisches Attentat“ bezeichnet. Damals sah er sich als Opfer einer Inszenierung, die „an Niederträchtigkeit nicht zu überbieten“ sei. Außerdem sei wohl „der eine oder andere“ seiner jahrelangen politischen Weggefährten auf seine „erfolgreiche Obmannschaft“ neidig gewesen und ihm deshalb in den Rücken gefallen.

Er selbst hätte den Corona-Shutdown „jedenfalls nicht zugelassen“, nannte jedoch auch keine konkreten Alternativen zu den Maßnahmen der türkis-grünen Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Österreich.

Fälschung: Corona-Selbsttest durch Luftanhalten
Mitte März veröffentlichte Strache noch einen Kettenbrief mit falschen Informationen auf Facebook, in dem behauptet wurde, dass man durch bloßes Luftanhalten einen Corona-Selbsttest durchführen könne. Das sei in Kanada bereits eine gängige Methode. Kurz nachdem er von der Facebook-Seite „FPÖ Fails“ auf die Fälschung aufmerksam gemacht wurde, löschte Strache das Posting.

Strache: „Folge auch meiner neuen öffentlichen Facebookseite“
Eine Skurrilität, die jedenfalls auch bei seinen alten Parteifreunden für Schmunzeln sorgen könnte, ist das Foto, mit dem Strache seine Fans dazu aufruft, seiner neuen Seite zu folgen. Da streckt nämlich ein deutlich jüngerer Heinz-Christian Strache den Daumen mit einem Grinser in die Kameralinse. Dabei dürfte es sich um ein Sujet aus alten FPÖ-Tagen handeln.

Taxirechnungen in der Höhe von 38.000 Euro
Zuletzt hatte Strache Mitte März für Aufsehen gesorgt. Wie die „Krone“ berichtete, soll er Taxirechnungen von Familienmitgliedern über die FPÖ-Bundespartei abgerechnet haben. Zwischen 2016 und 2018 sollen so um die 38.000 Euro zusammengekommen sein.

Spesenvorwürfe rund um den ehemaligen FPÖ-Chef
Immer wieder waren Spesenvorwürfe gegen den ehemaligen FPÖ-Chef laut geworden. So soll er auch süchtig nach dem Computerspiel „Clash of Clans“ gewesen sein und habe die monatlichen Kosten dafür in der Höhe von 2000 bis 3000 Euro über die Partei-Kreditkarte verrechnet. Der Betroffene bezeichnete solche Vorwürfe stets als „haltlos“.

Was die ehemalige Facebook-Seite „HC Strache“ angeht, sah er diese als sein „persönliches Eigentum“ und drohte der FPÖ mit Klage. Diese sollte aber mit der neuen Fan-Seite von Heinz-Christian Strache nun vom Tisch sein.

Martin Grob
Martin Grob
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