Liefern oder „ab Hof“

Direktvermarkter blühen in der Coronakrise auf

Tirol
09.04.2020 10:00

Über viel Zuspruch und Dankbarkeit freuen sich derzeit die bäuerlichen Direktvermarkter in Tirol - ob „Ab Hof“ oder per Lieferservice. Man hofft, dass sich der Trend auch nach der Krise weiter hält.

Die Produkte der eigenen Landwirtschaft wie Milch, Getreide und Fleisch weiterveredeln – das hatten sich Manuela und Christian Fritz aus Oberhofen vor sechs Jahren als Ziel gesetzt. Inzwischen läuft ihr „Kattlers Hofladen“ hervorragend. „In der aktuellen Krisenzeit schätzen die Kunden unsere Arbeit und Produkte noch mehr als sonst“, erzählt Manuela Fritz.

Manuela Fritz bäckt diese süßen Köstlichkeiten selbst, überwiegend mit Zutaten vom eigenen Hof. (Bild: Peter Freiberger)
Manuela Fritz bäckt diese süßen Köstlichkeiten selbst, überwiegend mit Zutaten vom eigenen Hof.

„Sie sind dankbar, dass wir in dieser fordernden Situation weitermachen.“ Direkt am Hof bäckt sie selbst Brot und erzeugt Kuchen und Süßgebäck. „Aus unserer Heumilch machen wir Frischkäse und Joghurt. Aus dem Fleisch der Schweine und Rinder stellen wir unter anderem Würste und Speck her“, informiert sie.

Viele ältere Kunden
Der Zuspruch der Leute in diesen Wochen zeige, dass man sich auf dem richtigen Weg befinde. An die Einrichtung eines Lieferservice hat die Familie Fritz nicht gedacht. „Dafür fehlt die Zeit, wir müssen ja auch produzieren.“ Derzeit kommen mehr Leute aus dem Ort in den Laden – viele ältere Menschen besonders deshalb, weil sie nicht in einem großen Supermarkt einkaufen möchten.

Christian Fritz kümmert sich um die Ferkel am Kattlerhof, die stressfrei leben können. (Bild: Peter Freiberger)
Christian Fritz kümmert sich um die Ferkel am Kattlerhof, die stressfrei leben können.

„Froh, dass es uns gibt“
Nicht weit entfernt in Oberhofen betreibt Barbara Waldhart im Nebenerwerb einen Ab-Hof-Laden. „Ich biete Fleischprodukte für die Jause an und Fleisch auf Bestellung“, sagt sie. Kraftfutter ist auf dem Bauernhof der Familie Waldhart absolut tabu, die Tiere werden stressfrei direkt vor Ort geschlachtet. „In diesen Wochen kommen schon deutlich mehr Leute“, sagt Waldhart. „Und die zeigen sich froh, dass es uns gibt.“

„Service auch nach der Krise“
Wie eine Jugendliche fühle sie sich, die permanent mehrere soziale Medien und Bestellungen checkt - Carolin Grabner-Hanni vom Steirerhof in Mieming, Betreiberin eines ohnehin begehrten Hofladens, ist von der Nachfrage an heimischen, bäuerlichen Produkten überwältigt: „Dann haben wir uns entschlossen, eine Zustellung zu starten. Wir hatten vom Arbeitsumfang keine Ahnung.“

Es sei schon sehr aufwendig, aber auch die einzige Möglichkeit, die Nachfrage zu befriedigen. Und man werde das Lieferservice auch nach der Krise beibehalten.

„Hoffen, dass Trend anhält“
Auch Markus Leitner vom „Hartl‘s Hof“ in Nassereith liefert zurzeit rund um den Tschirgant aus: „Das Regionale ist gefragt. Wir hoffen, dass dieser Trend nach der Krise anhält.“ Die Bio-Bauernläden haben sich ebenfalls angepasst und bieten – wie jene in Jenbach und Ebbs – einen Lieferservice.

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