28.07.2010 10:03 |

Trauriges Nachspiel

Salzburg-Kicker von Nikosia-Fans mit Batterien beworfen

Das Hinspiel zur dritten Runde der Qualifikation für die Champions League zwischen RB Salzburg und Omonia Nikosia am Dienstag hatte ein unwürdiges Nachspiel. Einige Fans der Zyprioten waren mit dem 1:1, das Omonia erst durch ein Elfer-Tor in der allerletzten Minute schaffte, ganz und gar nicht zufrieden und ließen ihrem Ärger freien Lauf. Beim Auslaufen nach dem Match bewarfen sie die Bullen-Kicker mit großen, 73 Gramm schweren Mono-Batterien. Huub Stevens ist deshalb zutiefst empört: "Jemand hätte getötet werden können!"

Zuvor hatte der Coach noch ausdrücklich die 20.000 Zuschauer gelobt, die das GSP-Stadion phasenweise in ein Tollhaus verwandelt hatten. "Kompliment, wie sie uns empfangen haben, und wie sie ihre Mannschaft unterstützt haben", sagte der Salzburg-Trainer. "Was nach dem Spiel passiert ist, war aber nicht würdig." Mehrere hundert Fans wollen die Zyprioten auch zum Rückspiel kommenden Mittwoch nach Salzburg begleiten.

Einen ausführlichen Bericht zum Spiel findest du in der Infobox!

Für die Bullen steht die Tür in die finale Qualifikationsrunde offen, aber sie hätte noch deutlich weiter offen sein können, denn die Chance für eine Vorentscheidung wurde nicht genutzt. Stevens hatte in mangelnder Ruhe und Reife Gründe für den späten Ausgleich gefunden. "Wir müssen cleverer sein", betonte Stevens.

Reaktion statt Aktion
Seine Mannschaft hatte das Spiel nur vor der Pause - mit dem erstmals gemeinsam aufgebotenen Defensiv-Duo David Mendes und Franz Schiemer vor der Abwehr - kontrolliert. Nach Seitenwechsel fehlte die Ballsicherheit. "Wir haben aufgehört, unser Spiel zu spielen", meinte Stevens. "Wir haben nicht mehr agiert, sondern nur noch reagiert. Das ist nicht der Fußball, den wir spielen wollen."

Dabei hätte die frühe Führung durch Gonzalo Zarate nach einem Tormannfehler den Bullen Sicherheit geben müssen. Stattdessen machte sich immer mehr Hektik breit. Niemand auf dem Feld vermochte die Partie zu führen. "In solchen Situationen müssen wir ruhiger bleiben", betonte Stevens. "Wir hätten das Spiel tot machen können, haben es aber nicht getan."

Wenigstens das Resultat passt
Nach einem Elfer in der Nachspielzeit muss nun auch im Rückspiel gezittert werden, wenngleich die Vorzeichen klar für die Bullen sprechen. "Ich bin mit dem Resultat nicht unzufrieden", versicherte Stevens. "Aber es hätte besser sein können." So groß wie vor dem Hinspiel muss der Respekt vor den Zyprioten lange nicht mehr sein. "Angst ist immer ein schlechter Ratgeber", erklärte Stevens. Er vertraue seiner Mannschaft, wenngleich einige Spieler körperlich noch nicht bei 100 Prozent sind.

Lua Lua als Hoffnungsträger
Omonia dagegen hat ein neuer Mann neue Hoffnung gegeben - Lomana Tresor Lua Lua, der kontroverse Starstürmer aus dem Kongo, der nach der Pause für einigen Wirbel gesorgt hatte. "Wir sind eine Einheit geworden. Wir können auf dieses Tor und auf unsere Leistung in der zweiten Hälfte bauen", meinte Lua Lua, nachdem er nach einem überflüssigen Foul von Mendes an Leandro in der Nachspielzeit eiskalt vom Elfmeterpunkt getroffen hatte.

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