13.03.2020 17:06 |

Corona-Maßnahmen

„120 Intensivbetten für Corona-Ernstfall“

Freitagabend berichten Landeshauptmann Peter Kaiser, Gesundheitsreferentin Beate Prettner und Landesrat Sebastian Schuschnig über die aktuelle Corona-Situation in Kärnten. Ab Montag gibt es in den Kärntner Schulen keinen Unterricht mehr, außerdem schließen geschäfte ihre Türen.

Freitagnachmittag hat sich das Koordinationsgremium zu einer weiteren Sitzung getroffen. Erst wenige Stunden zuvor war ja bekannt geworden, dass es einen vierten bestätigten Coronavirus-Fall in Kärnten gibt - wir haben berichtet. Zwei Ärzte aus Spittal waren ja negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Geschäfte bleiben geschlossen
„Alle Unternehmen sollen ihren Mitarbeitern - wenn möglich - Tele-Arbeit ermöglichen“, sagt Landeshauptmann Peter Kaiser. Ab Montag ist die Gastronomie täglich nur mehr bis 15 Uhr geöffnet - dadurch sollen soziale Kontakte reduziert werden. Auch andere Dienstleister und Geschäfte sollen geschlossen bleiben - Ausnahmen gibt es natürlich. Dazu zählen:

  • wichtige medizinische Institutionen, auch Apotheken
  • Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für Tierfutter
  • Systemerhaltende Unternehmen
  • Polizei
  • und mehr

Hilfspaket für Gefährdete
Morgen, Samstag, soll die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket mit Hilfestellungen für Unternehmen und Arbeitnehmer präsentieren. Landeshauptmann Peter Kaiser: „Es liegt an uns allen, dieses Virus einzudämmen. Wir alle müssen uns dieser Verantwortung täglich bewusst sein. Es braucht jede und es braucht jeden!“

Schuschnig: „Wintersaison vorzeitig beendet“
Die gesetzten Maßnahmen seien den Entscheidungsträgern nicht leicht gefallen, meint Landesrat Sebastian Schuschnig. Alle Lebensbereiche seien von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Trotzdem: „Diese Maßnahmen sind notwendig. Denn es geht um das höchste Gut, die Gesundheit der Menschen.“ Heute, Freitag wurden neue Maßnahmen gesetzt: Die Wintersaison wird vorzeitig beendet. Skigebiete und Beherbergungsbetriebe in touristischen Kernzonen werden geschlossen.

Corona: Bargeldloses Zahlen in öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Öffis sollen in den kommenden Tagen auf bargeldlose Bezahlmöglichkeiten umgestellt werden. Die Vordertüre der Busse bleiben außerdem geschlossen. Schuschnig appelliert an alle, die bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten zu nutzen und vor allem ältere Mitbürger dabei zu unterstützen. 

Corona-Maßnahmen ernst nehmen
„Die Wirtschaftsuniversität Wien hat berechnet, was passiert, wenn wir jetzt nichts ändern“, berichtet LH-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner: „Diese Berechnungen zeigen uns, dass jeder von uns aktiv etwas tun muss.“ Vor allem zwei Personengruppen stünden derzeit im Fokus: Alle über 65 Jahre seien besonders gefährdet, am Coronavirus zu erkranken. „Und alle, die mit diesen Menschen arbeiten bilden die zweite Gruppe.“

120 Intensivbetten für Corona-Notfall
Kärntens Krankenhäuser seien gut vorbereitet, so Prettner: „Es stehen 120 Intensivbetten, die bestens ausgestattet sind, zur Verfügung. Die können bei Mehrbedarf aufgestockt werden. Wir sind für den Ernstfall gerüstet!“ Der Routinebetrieb in den Spitälern wurde heruntergeschraubt. Planbare Operationen werden verschoben und die betroffenen Mitarbeiter werden geschont. Weiters wurde ein Besucherverbot in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingeführt.

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
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