14.03.2020 06:00 |

Bald im Gasometer

Pink Floyds Nick Mason: „Haben den Traum gelebt“

Die frühen Tage von Pink Floyd lässt Drummer Nick Mason mit seinem Projekt Saucerful Of Secrets aufleben. „Wir waren sehr glücklich, wir haben unseren Traum gelebt“, sagte der Schlagzeuger im Gespräch mit der APA über diese Zeit Mitte bis Ende der Sechziger. Am 26. Mai bringt der 76-Jährige seinen Trip in die psychedelische Ära des swingenden London wieder nach Wien in den Gasometer.

Mason und seine aktuelle Band, zu der auch Gitarrist Gary Kemp (Spandau Ballet) gehört, konzentrieren sich bei ihren Konzerten auf das frühe Material von Pink Floyd von den Alben „The Piper At The Gates Of Dawn“ und „A Saucerful Of Secrets“. Bei ersterem war noch Syd Barrett der Sänger, der sich bald aus der Öffentlichkeit zurückziehen sollte und psychische Probleme hatte. „Ach, die frühen Tage mit Syd“, erinnerte sich Mason zurück, „da hat er sich noch richtig wohlgefühlt und Spaß gehabt. Es ist sehr traurig, dass für ihn dann alles falsch gelaufen ist.“

Voller Erfolg
Vom Erfolg von Nick Mason‘s Saucerful Of Secrets sei er zunächst „völlig überrascht“ gewesen, betonte der Brite. „Als wir mit dem Projekt begonnen haben, dachte ich, wir würden bloß in ein paar Pubs auftreten. Aber in Wahrheit hob die ganze Sache sehr schnell richtig ab. Heute verstehe ich besser, warum. Ein Teil dieser Musik war nämlich mehr oder weniger vergessen. Wir (Pink Floyd, Anm.) wollten nie unsere frühe Musik aus unserer Geschichte schreiben, aber all die späteren Sachen haben sie einfach überdeckt.“ Für Fans ist das nun eine Gelegenheit, die psychedelischen wie innovativen Lieder der frühen Floyd in seiner Urform zu erleben.

„Es war wirklich eine großartige Zeit“, sagte Mason über die 60er-Jahre. „Man muss sich bloß die Musik aus dieser Periode anhören. Da muss man nichts romantisieren. Die Leute mögen immer noch die Sachen der Beatles, von Cream, Hendrix oder The Who.“ Im Vergleich zur Gegenwart meinte der Drummer: „Vieles von dem, was so großartig an der Musik der späten 60er war, ist so gut wie verschwunden. Man durfte damals noch improvisieren. Das war kein Jazz, aber die Musiker hatten Raum zum Atmen, es war ihnen also erlaubt, die Songs zu interpretieren anstatt sie einfach wiederzugeben.“

Ungebrochene Motivation
„Die Freiheit“ mache auch den Reiz aus, Songs aus den Anfangstagen von Pink Floyd zur spielen: „Die hat man nicht, wenn man ‘Dark Side Of The Moon‘ oder ‘The Wall‘ aufführt. Wir haben mit Saucerful Of Secrets dagegen die Möglichkeit, diese Songs im Geiste von 1967 zu spielen, ohne jede Note exakt so bringen zu müssen wie auf den Platten. Als wir vor einigen Jahren in einem Pub auftraten, hatte ich einen totalen Flashback, wie es 1967 war. Wir waren damals aufgeregt. Pink Floyd hatten plötzlich einen Manager und einen Plattenvertrag - und ein Publikum. Vor einem Publikum zu spielen, das motiviert mich bis heute“, bekräftigte Mason.

Für die Rückkehr seiner aktuellen Band nach Wien versprach Mason ein modifiziertes Programm gegenüber dem Debüt. „Das sind wir dem Publikum schuldig, wenn wir noch einmal an den selben Orten auftreten. Wir werden vermutlich zwei Sets spielen und daher keine Vorgruppe mitbringen. Es wird also ein bisschen mehr Musik von Pink Floyd sein.“

Bald in Wien
Demnächst erscheint ein Konzertmitschnitt von Nick Mason‘s Saucerful Of Secrets auf DVD und Tonträger. „Ich bin froh über diese Veröffentlichung. Denn von Pink Floyd gibt es leider wenig Live-Dokumente aus dieser Ära. Das Einzige, was wir aus der Zeit vor 1990 haben, ist ‘Pink Floyd At Pompeii‘. Ich hätte mir zum Beispiel auch einen Film zwei Jahre später von den ‘Dark Side‘-Konzerten gewünscht, damit man nachvollziehen kann, wie wir damals ausgesehen und gespielt haben.“ Am 26. Mai kommt Nick Mason‘s Saucerful Of Secrets in den Wiener Gasometer. Karten und weitere Infos unter www.oeticket.com

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