07.03.2020 06:01 |

Etliche Verfehlungen

Wiens Corona-Management steckt in der Krise

Ein „übersehener“ Corona-Patient, Willkür bei den Virentests, eine vergessene Probe - Wien hat als Millionenmetropole natürlich mit anderen Herausforderungen zu kämpfen als Pettneu am Arlberg. Trotzdem: Das Viren-Krisenmanagement ist selbst ein Krisenfall. Stadtrat Peter Hacker steht unter Druck.

Ruhige Erklärungen, keine flotten Sprüche, klare Worte statt Message-Control-Banalitäten - der grüne Gesundheitsminister Rudolf Anschober zeigt gerade vor, wie professionell ein Politiker eine Krise wie Corona meistern kann. Ein Gedankenexperiment mit Gänsehautgarantie: Stellen wir uns vor, Beate Hartinger-Klein wäre noch im Amt.

Lange Liste an Verfehlungen
Momentan könnte auch die Sternstunde von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sein, doch in Wien entgleitet das Krisenmanagement:

Aus dem Büro von Hacker heißt es: „Der Krisenstab arbeitet hervorragend. Er ist der zentrale Ruhepol in einer Situation, für die es keine Regelprozesse gibt.“

Kommentar
Nach Generationen von Fehlbesetzungen hat Wien endlich einen Sozial- und Gesundheitsstadtrat, der das Zeug zum Krisenmanager erster Klasse hätte. Doch das Missmanagementvirus in dem Ressort ist offensichtlich weitaus ansteckender als Corona. Entweder scheitert Hacker am Gesundheitssystem oder das System an Hacker. Der Stadtrat braucht bald einen Erfolg (Wann kommt endlich die Krankenanstaltenverbund-Reform?), sonst stolpert die Zukunftshoffnung der Partei über die Gegenwart (und die Fehler der Vergangenheit). Es zeigt sich wieder: Das Megaressort ist zu groß für eine Person!

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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