05.03.2020 15:00 |

Kampf der Ungleichheit

Heimische Apotheke geht nun gegen Online-Shops vor

Keine Werbung, keine aggressive Preispolitik: Apotheken unterliegen in ihrer Arbeit Standards. Für ausländische Online-Shops gelten diese Regeln nicht. Die „Stern Apotheke“ in Wien-Ottakring kämpft gegen die Ungleichheit und hat eine Strafe in Kauf genommen.

In einem Radiospot hat die „Stern Apotheke“ 2019 darauf aufmerksam gemacht, dass ein „.at“ bei einer Internet-Adresse nicht auf eine Apotheke aus Österreich schließen lässt. Im Gegenteil: 97 Prozent des Online-Apotheken-Umsatzes fließen ins Ausland. Der Spot verweist stattdessen auf die (echte) österreichische Plattform medistore.at. Prompt folgte die Strafe für diesen Verstoß gegen die Berufsordnung für Apotheker, die Werbung verbietet.

„Dass wir von der eigenen Standesvertretung zur Geldstrafe von nahezu 40.000 Euro verurteilt wurden, ist wettbewerbsverzerrend“, wettert Stern-Konzessionär Michael Kuhn. Ursache für das Ungleichgewicht ist der Gebietsschutz, der die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten sicherstellen soll.

Seit 2015 steht dem gegenüber aber das Recht, rezeptfreie Arzneimittel online – ohne geografische Einschränkung – zu verkaufen. „Die bestehenden Standesregeln sind antiquiert. Sie aufzuheben wäre ein Gebot der Fairness“, sagt Michael Kuhn. Mit dem Urteil will Michael Kuhn in Berufung gehen und um Gleichbehandlung von aus- und inländischen Apotheken kämpfen.

Teresa Spari, Kronen Zeitung

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