20.07.2010 16:56 |

Jeder 10. betroffen

Burn-out kostet Wirtschaft jährlich eine Milliarde Euro

Angstzustände, Antriebslosigkeit, völlige Erschöpfung: Bereits jeder zehnte Arbeitnehmer in der Steiermark ist vom berüchtigten Burn-out-Syndrom betroffen. Doch nicht nur der Patient leidet, sondern auch die Wirtschaft. Die Grazer Agentur "Business Doctors" hat errechnet, dass die Krankenstandstage einen jährlichen Schaden von einer Milliarde Euro verursachen.

Die einen sagen, es sei eine "Modeerscheinung", die anderen warnen vor dem "ernstzunehmenden Problem": Das Burn-out-Syndrom entwickelt sich immer mehr zur Volkskrankheit Nummer eins.

Die "Business Doctors" haben das Phänomen genau unter die Lupe genommen. "Jeder 16. Krankenstandstag hat seelische Ursachen. Auslösende Faktoren sind das ständig zunehmende Tempo in der Arbeitswelt, das von permanenter Erreichbarkeit begleitet wird. Wir sind da zu Getriebenen geworden, haben uns aber leider selbst dazu gemacht", so Franz Daublebsky.

Zunehmend mehr Fälle in IT-Branche und die Exekutive
Vor allem Frauen - von Beruf und Haushalt doppelt belastet - leiden unter dem Stress, in der IT-Branche und bei der Exekutive häufen sich aktuell die Fälle. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass der weiß-grünen Wirtschaft durch das völlige Ausgebranntsein ihrer Arbeiter und Angestellten ein jährlicher Schaden von einer Milliarde Euro entsteht - Tendenz steigend. Dabei könnte durch geeignete Präventionsmaßnahmen Schlimmes abgefedert werden: "Wer einen Euro in die Burn-out-Vorbeugung investiert, lukriert im Endeffekt mehr als 15 Euro", rechnet Daublebsky vor. Übrigens: Schon jede dritte Invaliditätspension wird wegen psychischer Belastungen zuerkannt.

Das versteht man unter Burn-out
Der Begriff Burn-out ("ausbrennen"), 1974 wissenschaftlich eingeführt, bezeichnet einen Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Idealistische Begeisterung für die Arbeit endet oft mit körperlicher und emotionaler Erschöpfung, psychosomatischen Erkrankungen und Depression, Aggressivität und erhöhter Suchtgefährdung. Die immer häufiger auftretende Erkrankung kann jeden treffen - von Schülern über Wissenschafter bis hin zu Pensionisten sind Fälle bekannt.

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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