13.02.2020 13:50 |

Anfeindungen steigen

Coronavirus: Kinder in Bus beschimpft und bedroht

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus bringt nicht nur Verunsicherung mit sich. Zuletzt häuften sich in Österreich auch rassistische Anfeindungen gegen asiatisch aussehende Menschen - auch vor Jugendlichen oder gar Kindern wird dabei nicht haltgemacht, wie ein Vorfall in einem Bus zeigt.

Bis Donnerstag gingen bei der Antidiskriminierungsstelle ZARA bereits mehr als ein Dutzend derartiger Meldungen ein. Ausschließlich aufgrund ihres Aussehens bzw. ihrer vermeintlichen Herkunft wurden die Opfer als potenziell ansteckend gesehen und daher angefeindet, wie ZARA-Sprecherin Meike Kolck-Thudt berichtet. Dies geschah über unterschiedlichste Kanäle, etwa Soziale Medien, aber auch in aller Öffentlichkeit, auf offener Straße oder auch in Schulen.

Leidtragende waren dabei allerdings nicht nur Erwachsene, wie die Organisation mit Schrecken feststellen musste, denn sogar Kinder und Jugendliche wurden in der Öffentlichkeit von fremden Erwachsenen verbal angegriffen, beschimpft und angefeindet. Ein derartiges Erlebnis mussten auch zwei Kinder auf dem Weg zur Schule am eigenen Leib erfahren.

Kein Anwesender griff ein
Diese waren in einem Bus von einem weiteren Fahrgast, einem Mann, verbal angegriffen und beschimpft worden. Den Kindern wurde in der Folge sogar Gewalt angedroht, sie entschieden sich deshalb sogar dazu, vorzeitig aus dem Bus zu steigen. Keiner der Anwesenden im Bus hätte eingegriffen, so die ZARA-Sprecherin, die betonte, dass sich der Vorfall nicht in Wien zugetragen habe. Die Kinder vertrauten sich in der Folge offenbar ihren Eltern an, die den Vorfall schließlich meldeten.

Mehr als die Hälfte der Vorfälle seien von den Betroffenen selbst gemeldet worden, für ZARA ein Hinweis darauf, „dass diese Personen einem enormen Druck ausgesetzt sind“. „Diese Vorfälle zeigen, wie stark wir von rassistischen Vorurteilen geprägt sind. Es ist wichtig, diese immer wieder zu hinterfragen, und auch Zivilcourage zu zeigen, wenn man entsprechende Vorfälle beobachtet“, rät ZARA.

Keine Coronavirus-Infektionen in Österreich
In Österreich gibt es noch keinen bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion. Es wurden landesweit 157 Tests durchgeführt, alle waren negativ, informierte das Gesundheitsministerium am Donnerstag. Gegenüber Mittwoch sind zwar 52 Untersuchungen dazugekommen, aber keine Erkrankten.

In der am schwersten betroffenen chinesischen Provinz Hubei kamen zuletzt mehr als 14.860 Fälle von neuen Infektionen hinzu. Allein in Hubei gibt es damit nun gut 48.200 offiziell erfasste Infektionen. Im Epizentrum des Virus stehen rund 56 Millionen Menschen unter Quarantäne. In der Volksrepublik starben bisher 1367 Menschen an dem Erreger, die Behörden bestätigten mittlerweile knapp 60.000 Infektionen mit dem Coronavirus. Auch in Vietnam wurden mittlerweile mehrere Dörfer unter Quarantäne gestellt.

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