08.02.2020 06:00 |

Album „All Things Go“

Mighty Oaks: „Eingängig ist besser als langweilig“

Die in Berlin ansässige US-italienisch-englische Folk-Band Mighty Oaks veröffentlicht ihr drittes Album „All Things Go“. Die Songs gehen dabei stark in Richtung Pop. Für das Trio war das nicht gewollt, aber auch kein Problem.

„Es gab keinen Plan, wie das Album klingen sollte, wir wollten Musik machen, die uns gefällt. Und eingängig ist besser als langweilig“, hieß es im APA-Interview. „Wir haben lange an dem Album gearbeitet, länger als wir eigentlich vorgehabt haben“, erzählte der aus dem US-Bundesstaat Washington stammende Sänger, Gitarrist und Songschreiber Ian Hooper bei einem Wienbesuch nach einer gemeinsamen Tournee mit The Lumineers, die sie auch in den ausverkauften Wiener Gasometer geführt hatte. Für die ungeplante Verzögerung gab es mehrere Gründe. Einer davon war eine Reihe von Akustikkonzerten, die Mighty Oaks nach der ersten Ideensammlung für „All Things Go“ gaben.

Neue Besen kehren gut
„Das hat uns ein bisschen verwirrt, weil wir dabei sehr reduziert musiziert haben - und dieser Ansatz war ein ganz anderer als jener im Studio“, berichteten Hooper und seine Kollegen Claudio Donzelli (Gesang, Gitarre, Keyboard) sowie Craig Saunders (Gesang, Bass). Außerdem fand die Band keinen gemeinsamen Nenner mit ihrem Produzenten, also wurde dieser gewechselt. „Erst dann nahm das Album Gestalt an. Wir haben sehr gut kreativ zusammengearbeitet. Vermutlich sind die Songs deshalb so eingängig“, meinte Hooper.

Am Anfang ihrer Karriere hätten sich die Musiker noch Gedanken darüber gemacht, wie sehr Pop man sein darf. „Da kam gleich die Angst vor dem Mainstream auf“, lachte der Sänger. „Aber Popsongs müssen sich ja nicht nur um Party und Oberflächlichkeiten drehen, sie können durchaus Bedeutung haben. Am Ende geht es nur darum, Lieder zu machen, die den Test der Zeit überstehen - also zeitlose, aber eingängige Stücke. Das ist die Herausforderung für uns.“ 

Geschichtenerzähler
Hooper wuchs mit Tom Petty und Bruce Springsteen auf, ihre Art zu texten hätten ihn geprägt: „Diese Leute haben über die Arbeiterklasse geschrieben und über ihre Lebenserfahrungen. Ein guter Text ist für mich wie eine Geschichte, die jemand erzählt und von der andere etwas lernen können“, betonte der Amerikaner. Die neuen eignen Stücke handeln „von Erfahrungen, um die niemand herumkommt. Es gibt Lieder über den Tod, über Freundschaft, über Mühen im Alltag und über den Wunsch, Dinge rückgängig machen zu können, die dir und deinem Umfeld unnötigen Stress bereitet haben.“

Aufgenommen wurde „All Things Go“ in der Wahlheimat Berlin. „Man muss heutzutage nicht mehr in ein großes Studio gehen, um ordentlich arbeiten zu können“, sagt Saunders. „Das ist zwar eine nette Erfahrung, aber die kostet viel Geld.“ Die erwähnte Erfahrung haben Mighty Oaks bei einer früheren Produktion in Amerika gemacht. „Wir waren damals sieben Wochen im Studio, haben dort Partys gefeiert und dort auch geschlafen. Man verliert sich dabei in einer anderen Welt. Das ist cool, aber man muss nach sieben Wochen ein fertiges Album haben. In Berlin hatten wir diesen Druck nicht. Wir könnten zwischendurch nach Hause gehen und mit Abstand wieder die Arbeit fortsetzen.“

Bald in Österreich
Wobei sich auch eine grundsätzliche Frage aufgetan hat: Warum soll man in Streamingzeitalter überhaupt noch Alben herausbringen? „Niemand hört doch mehr ganze Alben - oder nur eine Minderheit“, weiß Saunders. „Aber wir tun es und verstehen uns als Albumband. Alben erlauben es uns zu forschen und auszuprobieren, unseren Sound zu erweitern. Da ist schon eine andere dynamische Reise, als wenn man nur einzelne Songs herausbringt und sich auf Singles konzentriert.“ Die Mighty Oaks sind am 18. Februar in der Wiener Arena und am 24. Mai im Grazer Orpheum zu sehen. Weitere Infos und Karten erhalten Sie unter www.oeticket.com

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