26.01.2020 09:40 |

Rassismusvorwürfe

Afrikanische Klimaaktivistin aus Foto geschnitten

Klimaaktivistin Vanessa Nakate ist von der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aus einem Bild geschnitten worden. Nakate selbst warf den Medien daraufhin Rassismus vor, auch im Netz hagelte es jede Menge Kritik.

Das Bild entstand am Freitag in Davos im Rahmen der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Nakate befand sich gemeinsam mit Greta Thunberg, Loukina Tille, Luisa Neubauer und Isabelle Axelsson auf dem Weg zu einer Fridays-for-Future-Demonstration. Zuvor hatte die Gruppe an einer Pressekonferenz teilgenommen.

Auf einem Foto der Nachrichtenagentur AP waren allerdings nur vier der Mädchen zu sehen. Nakate wurde aus einer Version der Aufnahme herausgeschnitten. Das Foto wurde anschließend von mehreren Medien zur Bebilderung übernommen.

Auf Twitter machte die 23 Jahre alte Nakate auf die Umstände aufmerksam. „Sie haben nicht nur ein Foto gelöscht. Sie haben einen ganzen Kontinent gelöscht. Aber ich bin stärker als je zuvor“, twitterte sie.

Afrika am stärksten von Klimawandel betroffen“
Wenig später setzte sie einen weiteren Tweet mit einem mehr als zehnminütigen Videokommentar ab. Darin erklärt sie, dass ihr zum erstem Mal in ihrem Leben Rassismus widerfahren sei. Zudem wies sie darauf hin, dass Afrika am wenigsten Kohlendioxid emittiere, aber am stärksten vom Klimawandel betroffen sei. Es sei eine Schande, dass Afrika nicht nur ignoriert, sondern auch bewusst aus dem Blickfeld gerückt werde.

Auch im Netz kritisierten viele das Verhalten der Agentur. Fans und andere Klimaaktivisten starteten einen Dialog über Rassismus, bei umweltpolitischen Fragen und über die Notwendigkeit, sich besser auf Klimagerechtigkeit zu konzentrieren.

„Keine böse Intention“
Die Agentur selbst entschuldigte sich und erklärte in einer Stellungnahme, dass „keine böse Intention“ gehabt zu haben. „Der Fotograf versuchte, unter Zeitdruck, schnell ein Foto zu veröffentlichen und schnitt es aus rein kompositorischen Gründen ab, weil er das Gebäude im Hintergrund als störend empfand“, heißt es seitens AP. Später habe der Fotograf zusätzliche Bilder mit unterschiedlichen Zuschnitten hinzugefügt.  

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