26.01.2020 08:00 |

Steirische Klimaretter

Große Visionen trotz Brettern vor dem Kopf

Guter Boden, um Wurzeln zu schlagen: Familie Bauer-Maxl hat sich mit dem Bau eines Holzmassivhauses in Thal einen Traum erfüllt. Und damit nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung des eigenen Klimas geleistet.

Der angenehme Geruch oder besser die Atmosphäre ist das Erste, das man wahrnimmt, wenn man das Haus von Familie Bauer-Maxl in Thal bei Graz betritt. Dass sie sich bewusst für das Baumaterial Holz entschieden hat, hat nicht nur Auswirkungen auf das optische Erscheinungsbild: „Mir war immer klar: Wenn wir einmal ein Haus bauen sollten, dann nur eines aus Holz. Ich mag das behagliche Wohngefühl, ich liebe den Geruch, zudem ist es ein Rohstoff, den man regional beziehen kann und von dem es vor allem genug gibt“, erläutert Joachim Bauer seinen Entschluss.

Frau und Kinder sind begeistert
Und weil man ja aller Voraussicht nach nur einmal im Leben in die Rolle des Bauherren schlüpft, wollte der Softwareentwickler natürlich gleich von A bis Z alles richtig machen: „Die Vordächer wurden so geplant, dass sie als natürliche Beschattung dienen, geheizt wird mit einer Erdwärmepumpe, beim Innenputz haben wir uns für die Lehm-Variante entschieden. Vermutlich lassen wir die Wände jetzt sogar so roh und es kommt gar keine Farbe mehr drauf“, überlegt der 47-Jährige und befühlt dabei besonnen die beige-grauen Wände.

Auch seine Frau Gerlinde Maxl, 42, und die beiden Kinder Gregor und Johanna sind begeistert von dem völlig neuen Wohngefühl. Wobei sich der Nachwuchs, bis vor Kurzem noch in der nahen Großstadt verortet, in erster Linie auf eines freut: „Wenn der Frühling kommt und wir endlich den Garten so richtig benützen können“, sind sich die Geschwister einig.

Ökologischer Wohnbau zusehends gefragter
„Früher mussten wir mühevolle Überzeugungsarbeit leisten, heute fragen immer mehr Bauherren aktiv nach“, freut sich Günter Schweyer, „Haus der Baubiologie“-Obmann in Graz, über das steigende Interesse.

Der 51-Jährige ist seit 20 Jahren in der Branche tätig und stand auch Familie Bauer-Maxl als Holzbau-Meister tatkräftig zur Seite: „Unsere Beratung fängt bei einer sauberen, sprich, möglichst sondermüllarmen Baustelle an und hört beim gesunden Innenraumklima auf. Gewisse Materialien und Bauweisen fördern die Gesundheit, andere sollte man tunlichst vermeiden“, weiß der Fachmann.

Dass eine ökologische Bauweise einen finanziellen Mehraufwand bedeutet, streitet Schweyer nicht ab: „Man muss im Vergleich zu einem 0815-Haus mit Mehrkosten von etwa 20…Prozent rechnen.“ Diese würden sich jedoch auf lange Sicht bezahlt machen: „Eine gute Dämmung spart Heizkosten, bei einer Erdwärmeheizung mit Tiefenbohrung fallen lediglich die Energiekosten für die Pumpe an“, führt der Holzbaumeister zwei von zig Beispielen an.

Öffentlicher Wohnbau: Enormer Aufholbedarf
So sehr sich Günter Schweyer über das Umdenken bei den privaten Häuslbauern freut, so sehr ärgert ihn die Trägheit von Politik und Wirtschaft: „Im Geschoßwohnbau ist das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie leider noch viel zu wenig angekommen – dabei wäre es gerade in diesem Bereich besonders wichtig.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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