17.01.2020 21:21 |

Rücktritt nach Skandal

Goebbels-Rede: Staatssekretär schockt Brasilien

Der brasilianische Kultursekretär Roberto Alvim hat mit einer Rede im Stil von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels in Brasilien Bestürzung ausgelöst. In einem Video, das von Wagner-Musik begleitet wird, hört man Alvim unter anderem Folgendes sagen: „Die brasilianische Kunst des nächsten Jahrzehnts wird heroisch und national sein und gleichzeitig gebieterisch (...) - oder sie wird nicht sein.“ Das Zitat weist große Ähnlichkeiten mit einer Goebbels-Rede zur Kunst im Dritten Reich auf. Wegen des „bedauernswerten Zwischenfalls“ hat der Staatssekretär bereits seinen Rücktritt eingereicht.

Kurz darauf bestätigte Präsident Jair Bolsonaro Alvims Rücktritt und erklärte, dessen „unglückliche Äußerungen“ hätten es unmöglich gemacht, ihn weiter im Amt zu halten. Der Staatschef betonte gleichzeitig seine Zurückweisung „totalitärer und völkermordender Ideologien wie dem Nazismus und dem Kommunismus“ und versicherte der jüdischen Gemeinschaft seine „uneingeschränkte Unterstützung“.

Staatssekretär will Ursprung nicht gekannt haben
Nach dem Bekanntwerden der Rede hatte es Rücktrittsforderungen gegen Alvim gehagelt. In seiner Erklärung am Freitag betonte er, er habe seine Rede auf der Grundlage von Zulieferungen seiner Mitarbeiter geschrieben und nicht gewusst, woher der umstrittene Satz stammte. Es handle sich um einen „unbeabsichtigten Irrtum“.

Alvims Posten entspricht dem eines Kulturministers. Das Kulturministerium wurde allerdings unter Bolsonaro abgeschafft.

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