12.01.2020 11:15 |

Bereits 27 Tote

Buschfeuer in Australien fordern weiteres Opfer

Die verheerenden Buschfeuer in Australien haben ein weiteres Opfer gefordert. Ein Feuerwehrmann mit 40 Jahren Berufserfahrung starb am Samstag bei einem Einsatz nahe der Kleinstadt Omeo im Südosten des Landes. Seit Oktober kamen somit mindestens 27 Menschen durch die Brände ums Leben. Es gibt aber auch Nachrichten aus Australien, die - zumindest kurz - hoffen lassen: So konnte zum Beispiel am Sonntag ein riesiger Flächenbrand, der seit Oktober gewütet hatte, unter Kontrolle gebracht werden.

Auch das Wetter erlaubte den erschöpften Feuerwehrleuten vorübergehend eine gewisse Atempause: In Victoria (siehe Video oben) und dem ebenfalls stark von den Feuern betroffenen benachbarten Bundesstaat New South Wales war es seit Samstag kühler, es regnete und der Wind ließ nach. Symbolischen Dank an die Einsatzkräfte gab es in Sydney, wo auf die großen Segel des Opernhauses am Samstagabend als Zeichen der Solidarität Bilder von Feuerwehrleuten projiziert wurden.

Temperaturen bis zu 44 Grad Celsius
Die Erleichterung über die minimale Entspannung der Situation währte aber nur wenige Stunden, denn an den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht auf Samstag drei Buschfeuer zu einem riesigen Brand mit einer Fläche von 600.000 Hektar. In einigen Gebieten hatten die Temperaturen zuvor 44 Grad Celsius erreicht.

Premier Scott Morrison sagte am Sonntag, er sehe nun ein, dass der Klimawandel Auswirkungen habe und für längere, heißere und trockenere Sommer verantwortlich sei. Er deutete eine Änderung der Politik an, um Emissionen zu reduzieren. Morrison war für seinen Umgang mit der Krise scharf kritisiert worden. Ihm war auch Verharmlosung des Klimawandels und von dessen Auswirkungen auf die derzeitigen Buschfeuer vorgeworfen worden. Darüber hinaus hatte er kürzlich einen äußerst umstrittenen Familienurlaub auf Hawaii gemacht, während in seiner Heimat die Brände wüteten.

Zehntausende fordern Rücktritt des Premierministers
Nun sagte er dem Sender ABC, im Nachhinein wäre er nicht in diesen Urlaub gegangen. Vor Ort hätte er besser mit der Krise umgehen können. Das Ausmaß der Brände sei „beispiellos“. Die Menschen hätten eine „neue Erwartungshaltung“, wie die Regierung mit einer solchen Situation umgehen sollte. Am Freitag waren in größeren Städten Australiens Zehntausende auf die Straßen gegangen und hatten unter anderem Morrisons Rücktritt wegen seines Umgangs mit der Buschfeuer-Krise gefordert.

Zehn Millionen Hektar Land verbrannt
Seit Beginn der Buschfeuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Südkorea. Tausende Häuser wurden zerstört. Jenes „Megafeuer“, das am Sonntag unter Kontrolle gebracht werden konnte, war im Oktober durch einen Blitzschlag ausgelöst worden und zerstörte nordwestlich von Sydney mehr als eine halbe Million Hektar Land. Um die 200.000 ehrenamtliche Feuerwehrmänner und -frauen kämpfen insgesamt gegen die Brände auf dem Kontinent.

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