11.01.2020 11:56 |

Cousin als Nachfolger

Sultan von Oman (79) an Krebsleiden gestorben

Der Sultan von Oman, Qaboos bin Said, ist am Freitag im Alter von 79 Jahren an einem Krebsleiden gestorben, wie staatliche Medien in der Nacht auf Samstag berichteten. Im Oman wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Qaboos regierte die kleine Golfmonarchie fast 50 Jahre lang. Medienberichten zufolge litt der Monarch an Darmkrebs und wurde daher auch immer wieder im Ausland behandelt, zuletzt auch in Garmisch-Patenkirchen, wo er ein Anwesen besaß. Die Nachfolge hat Cousin Haitham bin Tariq angetreten. Der bisherige Kultusminister wurde bereits am Samstagvormittag vereidigt.

Der an der britischen Militärakademie Sandhurst ausgebildete Qaboos hatte am 23. Juli 1970 im Alter von 29 Jahren die Macht im Land übernommen. Damals kippte er mithilfe des Militärs und des britischen Geheimdienstes seinen Vater Said vom Thron. Dieser hatte das Land nach außen abgeschottet und jede Modernisierung verweigert. Unter der Herrschaft von Qaboos entwickelte sich der Oman mithilfe von Öleinnahmen zu einem modernen und stabilen Staat. Der arabische Aufstand 2011 ging fast spurlos an dem Sultanat vorbei. Menschenrechtler beklagen jedoch fehlende Meinungsfreiheit und die Verhaftung von Regierungskritikern in dem autokratisch regierten Land.

International verfolgte die Golfmonarchie eine eigenständige Außenpolitik und bemüht sich in den Krisen der Region um eine ausgleichende Haltung. Der ölreiche Wüstenstaat mit 4,8 Millionen Einwohnern gilt als US-Verbündeter in der Golf-Region. Das Land unterhält aber auch gute Beziehungen zum Iran. Der Oman agierte daher immer wieder als Mediator zwischen Konfliktparteien in der arabischen Welt. Die ersten Verhandlungen für den iranischen Atomdeal wurden etwa in Maskat geführt. Bei den Syrien-Gesprächen 2015 in Wien versuchte der Oman ebenfalls zu vermitteln.

Vermittlerrolle im Nahost-Konflikt
Auch im Nahost-Konflikt nahm der Oman eine vermittelnde Rolle ein. Das Land unterhält zwar keine diplomatischen Beziehungen mit Israel, aber inoffizielle Kontakte. Im Oktober 2018 empfing der Sultan Israel Regierungschef Benjamin Netanyahu. Im April rief der Oman die anderen arabischen Staaten dazu auf, sich um ein Ende der israelischen Existenzängste zu bemühen.

Sultan setzte sich für Freilassung eines entführten Österreichers ein
Sultan Qaboos setzte sich zudem persönlich mehrmals für die Freilassung von westlichen Geiseln in den Händen von Terrorgruppen im Nahen Osten ein und war 2013 maßgeblich an der Freilassung des im Jemen entführten Österreichers Dominik N. beteiligt. Der damals 26-jährige Wiener war am 21. Dezember 2012 gemeinsam mit einem finnischen Ehepaar entführt worden. Nach 139 Tagen in Geiselhaft kamen die drei im Mai 2013 frei.

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