12.12.2019 12:01 |

„Sch**ß auf Harvey“

Emily Ratajkowski zeigt ihre Wut auf Weinstein

Die US-Schauspielerin Emily Ratajkowski hat eine eindeutige Botschaft an Harvey Weinstein: „F**k Harvey“. Die Filmschönheit ist stinksauer, dass der Hollywoodmogul sich mit einer Millionenzahlung, die nicht einmal er selbst leisten muss, aus der Verantwortung ziehen und auch kein Schuldgeständnis abgeben will. 

Das Hollywood-Starlet erschien zur Filmpremiere des von ihrem Ehemann Sebastian Bear-McClard produzierten Streifens „Uncut Gem“ mit einem Schriftzug auf ihrem Oberarm. Dieser bestand aus den Worten „fuck Harvey“, also „sch**ß auf Harvey“.

„Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“
Auf Instagram schrieb sie zu einem Foto ihres Auftritts voller Empörung: „Heute haben Harvey Weinstein und sein ehemaliges Studio mit seinen Opfern einen Deal über 25 Millionen Dollar abgeschlossen. Weinstein, dem Straftaten vorgeworfen werden, die von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung reichen, muss kein Fehlverhalten eingestehen oder sein eigenes Geld bezahlen. #keine Gerechtigkeit, kein Frieden“

Ratajkowski reagierte damit auf das Bekanntwerden eines Deals zwischen Weinstein und einem dutzend Frauen, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen. Weinstein habe in eine Entschädigungszahlung von insgesamt 25 Millionen Dollar (22,4 Millionen Euro) eingewilligt, hatte der Anwalt eines der mutmaßlichen Opfer am Mittwoch öffentlich gemacht.

Die Millionensumme soll den Angaben zufolge unter mehr als 30 Schauspielerinnen und früheren Angestellten Weinsteins aufgeteilt werden, die juristisch gegen den ehemaligen Filmproduzenten vorgegangen sind. Die von diesen Frauen erhobenen Anschuldigungen reichen von sexueller Belästigung bis Vergewaltigung.

Weinstein muss keine Schuld eingestehen
Die Vereinbarung muss allerdings noch von allen beteiligten Parteien unterzeichnet und von einem Gericht genehmigt werden, sagte der Anwalt Aaron Filler, der die Schauspielerin Paz de la Huerta vertritt. Filler äußerte die Erwartung, dass seine Mandantin der Vereinbarung beitritt. De la Huerta wirft Weinstein vor, sie im Jahr 2010 vergewaltigt zu haben.

Laut dem auf Promi-News spezialisierten US-Webportal „TMZ“ muss Weinstein im Rahmen der Vereinbarung keinerlei Schuld eingestehen. Der 67-Jährige beteuert bis heute, alle seine sexuellen Kontakte hätten im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden. Auch muss Weinstein die Entschädigungen laut „TMZ“ nicht aus eigener Tasche bezahlen. Vielmehr sollten die Versicherer seines bankrotten früheren Filmstudios die Zahlungen übernehmen, berichtete das Portal.

Die Vereinbarung stießt bei einem Teil der Frauen, die sich als Weinstein-Opfer bezeichnen, und deren Anwälten auf vehemente Kritik. „Wir weisen die Vorstellung zurück, dass dies die beste Einigung war, die im Namen der Opfer erzielt werden konnte“, erklärte der Anwalt Douglas Wigdor, der zwei mutmaßliche Weinstein-Opfer vertritt.

Auch die „Time‘s Up“-Kampagne gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt, die aufgrund der Vorwürfe gegen Weinstein entstanden war, kritisierte die Vereinbarung als zu begrenzt. Wenn dies die bestmögliche Lösung für die Opfer sei, „dann ist das System kaputt“, erklärte die Kampagne.

Strafprozess im Jänner
Durch die Vereinbarung kommt Weinstein allerdings nicht um seinen Strafprozess in New York herum, der im Jänner beginnen soll. In diesem Verfahren geht es um Fälle, die von der Vereinbarung nicht erfasst sind.

Bei einem Gerichtstermin am Mittwoch zur Vorbereitung des Prozesses teilte Weinsteins Anwalt Arthur Aidala mit, dass sich sein Mandant an diesem Donnerstag einer Rückenoperation unterziehen werde. Zu dem für den 6. Januar geplanten Prozessbeginn werde Weinstein dennoch erscheinen können. Laut Aidala leidet Weinstein an den Folgen eines Autounfalls im August. Der einst mächtige Filmproduzent nahm an dem Termin am Mittwoch teil und stützte sich dabei auf eine Gehhilfe.

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