03.12.2019 06:30 |

„Drittklassige“ Medien

Trumps Team sperrt Bloomberg-Journalisten aus

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump sperrt Journalisten der Nachrichtenagentur Bloomberg News von seinen Veranstaltungen aus. Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale warf der Agentur, deren Besitzer Michael Bloomberg kürzlich seine Präsidentschaftsbewerbung verkündet hatte, am Montag „Voreingenommenheit“ vor. Bloomberg-Reporter würden deswegen nicht mehr für Trumps Wahlkampfauftritte akkreditiert. Ob Anfragen von Bloomberg-Journalisten beantwortet würden, solle von Fall zu Fall entschieden werden.

Der Medienmogul, Multimilliardär und frühere New Yorker Bürgermeister war vor rund einer Woche in das Rennen der oppositionellen Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur eingestiegen. Bloomberg News erklärte in der Folge, keine Investigativrecherchen zu Bloomberg, seiner Familie oder Stiftungen zu führen, ebenso wenig wie über andere Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten. Über die Recherchen anderer seriöser Medien soll aber berichtet werden.

Trump: „Drittklassige Nachrichtenorganisation“
„Mini Mike Bloomberg hat seine drittklassige Nachrichtenorganisation angewiesen, weder gegen ihn noch einen anderen Demokraten zu recherchieren, sondern nur Präsident Trump zu verfolgen“, twitterte Präsident Donald Trump am späten Montagabend. „Die scheiternde ,New York Times‘ hält dies für okay, da bei ihr Hass und Vorurteil so groß sind, dass sie nicht geradeaus schauen kann. Und das ist nicht okay!“

„Sind unfaire Berichtspraktiken gewohnt“
Das Team Trumps wirft dem Medienkonzern Parteilichkeit vor. „Als Wahlkampfteam von Präsident Trump sind wir unfaire Berichtspraktiken gewohnt“, erklärte Parscale am Montag dazu. „Aber die meisten Medienorganisationen machen ihre Voreingenommenheit nicht so öffentlich.“

Chefredakteur weist Vorwürfe zurück
Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait wies den Vorwurf als unwahr zurück. Bloomberg News habe stets „fair und unvoreingenommen“ über Trump berichtet, seit dieser 2015 Präsidentschaftskandidat geworden sei. Dies werde die Nachrichtenagentur auch weiterhin tun - trotz der Einschränkungen durch Trumps Wahlkampfteam.

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