30.11.2019 09:00 |

Erhitzte Gemüter

Kritik zu gratis Öffis für Touristen in Innsbruck

Touristen, die länger als zwei Nächte in der Landeshauptstadt urlauben, dürfen ab 1. Mai 2020 gratis mit den städtischen Öffis fahren. Als Ticket fungiert die „Welcome Card“, die die Gäste von den Vermietern erhalten. Für Innsbrucks Studenten sei das ein „Schlag ins Gesicht“, fordern sie schon seit Jahren günstigere Tickets.

„Innsbruck setzt Maßstäbe“, hieß es am Donnerstag, als die neue Mobilitätsinitiative vorgestellt wurde. Ab 1. Mai können Touristen ab einer Aufenthaltsdauer von mehr als zwei Tagen mit der „Welcome Card“ kostenlos die städtischen Öffis nutzen. „Das macht Lust darauf, den Urlaub zu verlängern, was unserer strategischen Zielsetzung entspricht“, argumentiert Karin Seiler-Lall, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus.

Auch Innsbrucks BM Georg Willi (Grüne) und Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) unterstützen die Initiative. Felipe: „Die Verkehrssituation kann nicht nur mit Fahrverboten verbessert werden. Es braucht auch attraktive Alternativen und Angebote im öffentlichen Verkehr, um den Umstieg vor allem für Touristen zu erleichtern.“

Viel Kritik von Studenten und aus der Politik
Das allerdings stößt Innsbrucks Studenten mehr als sauer auf: „Bereits seit Jahren fordern wir ein günstigeres Öffi-Ticket für Studierende“, sagt Johanna Beer, Vorsitzende der ÖH Innsbruck. „Jetzt zu hören, dass Touristen zukünftig vollkommen kostenfrei Innsbrucker Öffis benützen können, macht uns fassungslos.“ Auch die Junge Volkspartei Tirol wirft Willi vor, die Studierenden zu vergessen.

Die Alternative Liste Innsbruck (ALI), die Liste Fritz und das Gerechte Innsbruck kritisieren zwar nicht, dass Touristen gratis fahren, sondern, dass das für Einheimische eben nicht geht. Auch die Tiroler Neos fordern ein besseres und günstigeres Ticketangebot für die Innsbrucker. Brisant: Der Koalitionspartner SPÖ habe laut Klubobmann Helmut Buchacher über die Medien von den Gratis-Öffi-Tickets erfahren – und übt ebenfalls Kritik: „Sind den Grünen, die sonst so tourismusskeptisch sind, die Gäste wichtiger als die Menschen vor Ort?“, fragt sich Buchacher.

Grüne und Für Innsbruck verteidigen den Schritt
„Höchst erfreut“ zeigt sich indes Christine Oppitz-Plörer, die von einem „lang gehegten Wunsch“ spricht, der in Erfüllung gegangen sei. Die Tiroler Grünen können die Kritik nicht nachvollziehen und argumentieren, dass die Gäste durch die Erhöhung der allgemeinen Kurtaxe die Gästekarte am Ende ja selbst bezahlen.

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