22.11.2019 07:44 |

Fotos aus dem Computer

Fake-Kinderpornos sollen Pädophile in Falle locken

Um Sexualstraftaten zu bekämpfen, sollen Ermittler in Deutschland künftig am Computer erstellte kinderpornografische Inhalte nutzen dürfen. Eine entsprechende Reform kündigte die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht am Donnerstag an.

„Die Ermittler sollen künftig computergenerierte Bilder verwenden können, wenn sich die Taten nicht anders aufklären lassen“, sagte sie gegenüber der „Welt“. Hintergrund ist, dass für den Zugang zu entsprechenden Portalen im Internet manchmal verlangt wird, selbst Bilder und Videos hochzuladen.

„Wer sich in Chats bewegt, wer sich in diesen Foren bewegt und mitmachen will, der muss Material liefern. Wer das nicht tut, wird sofort erkannt als Polizeibeamter“, hatte bereits im Sommer 2018 der Chef der Kriminalpolizei im deutschen Freiburg, Peter Egetemaier, erläutert. Mit dieser Methode fahndet auch eine Anti-Pädophilie-NGO erfolgreich nach Kinderschändern (Bild unten).

„Täuschend ähnlich“
„Diese computergenerierten Bilder sehen echten Bildern täuschend ähnlich, zeigen aber niemals echte Kinder“, sagte die Ministerin. „Wir dürfen nie vergessen, dass hinter kinderpornografischen Bildern schreckliche Missbrauchstaten an Kindern stehen.“ Sie wolle der Polizei deshalb „alle rechtsstaatlich zulässigen Instrumente an die Hand geben“.

Im Oktober hatten sich bereits die Rechtspolitiker der großen Koalition darauf verständigt. Die Reform soll in ein Gesetz zum Cybergrooming aufgenommen werden, das derzeit im Deutschen Bundestag beraten wird. Dieses Gesetz soll dafür sorgen, dass Pädophile wirkungsvoller bestraft werden, die in Online-Chats mit sexuellen Absichten Kontakt zu Kindern suchen.

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