13.10.2019 11:30 |

Öko-Vorbilder

Diese Familie stellt 100 Lebensmittel selbst her

Ein steirisches Schlaraffenland mit Zukunft: 100 Lebensmittel, die bei Familie Wilfling auf den Tisch kommen, stammen aus eigener Produktion. Ihr Wissen lockt sogar Promis wie Spitzenkoch Heinz Reitbauer an.

Fünf Kinder zwischen erwachsen und „aus dem Gröbsten gerade einmal heraußen“, anspruchsvolle Berufe, ein großes, altes Haus samt Garten. Und: eine Landwirtschaft (natürlich biozertifiziert), die fast alles hergibt, das die Großfamilie zum Leben braucht.

Eine Arbeit, die Freude bereitet
Wie ist das bloß zu schaffen? „Wer sagt, nur Freizeit macht glücklich und Selbstverwirklichung ist das wichtigste Ziel im Leben? Natürlich haben wir viel zu tun, aber es macht uns nichts aus, weil diese Arbeit Freude bereitet“, sagt Alois Wilfling.

Zwölf Mangalitza-Schweine nennt die Familie aus Miesenbach ihr Eigen, Roggen, Gerste und Hafer werden in Sichtweite zum Haus angebaut, Gemüse und Obst gedeihen, wohin man blickt, prächtig. Auf ihre Trauben sind Steffi und Alois besonders stolz: „Immerhin wohnen wir auf 900 Metern Seehöhe. Da wir weder Spritzmittel noch sonst was verwenden, kommen sogar Weinbauern aus der Südsteiermark zu uns, um zu schauen, wie wir das machen.“

Dabei ist die Lösung einfach: „Ich probier’ viel aus und habe Geduld. Wenn was nicht gedeiht, reiß ich’s eben wieder aus“, lacht der Biologe.

Uralte Apfelsorten für besten Koch Österreichs
In Vergessenheit geratene Apfelsorten haben es dem 48-Jährigen besonders angetan. Wahre Raritäten wie die Kasseler Renette oder der Grahams Jubiläumsapfel sind in dem Keller der Oststeirer zu finden. Deren Geschmacksvielfalt und -intensität machen nicht nur die beiden Nachzügler Jonathan (5) und Rosa (3) glücklich, sondern lockte jetzt auch Spitzenkoch Heinz Reitbauer vom „Steirereck“ in Wien zu den Selbstversorgern.

„Der Gastronom wollte seltene Sorten verkosten, um daraus Sorbets zu machen. Damit er seinen Gästen auch eine Geschichte zu den Äpfeln erzählen kann, kam er zu mir zur Schulung sozusagen“, erzählt Alois.

Das Meiste bleibt in der Familie
Das Allermeiste, das aus der eigenen Schaffenskraft entsteht, bleibt in der Familie. Nur Schweinefleisch wird ab und zu verkauft. Allerdings nicht - wie üblich - in Filets, sondern nur ganze Teile des Tieres; und nicht - wie üblich - für einen Hungerlohn, sondern um 15 Euro pro Kilo: „Das entspricht der Kostenwahrheit! Darunter geht’s einfach nicht“, betont Steffi, die die Schweine tagtäglich betreut.

Seine eigene Öko-Nische zu finden - das sei für unsere Landwirte nach Meinung der Wilflings das Gebot der Stunde: „Wenn ich am internationalen Markt nicht mithalten kann, muss ich aufhören. Wer für eine Tonne Pressobst nichts bekommt, kriegt für 1000 Tonnen ja noch immer so gut wie nix.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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