08.09.2019 12:30 |

Alpinist verstorben

Drama auf Wildspitze: „Ort war lange unklar“

Seinen Verletzungen in der Klinik erlegen ist jener Deutsche (50), der mit zwei Bergsteigerkollegen am Freitag auf der Ötztaler Wildspitze abgestürzt war. „Die Position der Verunglückten war lange Zeit völlig unklar – das Schlimmste, was passieren kann“, schildert Einsatzleiter Franz Josef Fiegl von der Bergrettung Sölden.

Sie mussten Bezirksalarm auslösen, gleich 9 Bergrettungsortsstellen mit rund 80 Bergrettern, zwei Notärzte und drei Hubschraubern standen im Einsatz.

Wir wurden um 14.05 Uhr alarmiert. Leider standen uns keine genauen Angaben über die Örtlichkeit des Unglücks zur Verfügung. Es war lediglich die Rede vom Sturz in eine Gletscherspalte. Davon gibt es dort oben natürlich sehr viele.

War es denn nicht möglich, über das Handy die GPS-Daten zu eruieren?

Das gelang der Leitstelle zunächst nicht, offenbar weil das Netz in dem Bereich zu schwach ist. Erst nach rund einer Stunde klappte es doch. Weil die Hubschrauber wegen der schlechten Witterung – es schneite, die Sicht betrug oben wohl nur 30 Meter – lediglich ins Venter Tal bzw. in den Bereich des Taschachhauses fliegen konnten, löste ich Bezirksalarm aus. Wir benötigten so viele Retter wie möglich.

Wie wurden die Einsatzkräfte nach oben gebracht?

Die Hubschrauber kamen dann doch weiter hinauf – im Ötztal bis unter die Mitterkarscharte. Wir starteten in der Folge einen Parallelangriff von beiden Seiten, um 17.20 Uhr trafen die ersten Retter vor Ort ein. Die Verunglückten waren beim Abstieg vom Nordgipfel über eine 20 Meter hohe Eiswand in eine drei Meter tiefe Randspalte des Taschachferners gestürzt.

Welchen Eindruck machten die drei Opfer?


Der in der Klinik Verstorbene war nicht lange ansprechbar, er musste später wiederbelebt werden. Teams von uns hatten inzwischen unter dem Mittelbergjoch einen Mannschaftszug vorbereitet, damit wurden die Verletzten in Gebirgstragen 200 Höhenmeter auf das Joch gezogen. Pistenraupen und die Stollenbahn brachten sie vom Pitztaler Gletscher ins Tal und ins KH Zams bzw. in die Klinik.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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