Edler Fuhrpark

Grüne machen “Jagd” auf teure Politiker-Karossen

Steiermark
08.05.2010 09:39
Werner Kogler, seit Samstag offizieller Spitzenkandidat der steirischen Grünen für die Landtagswahl im Herbst, heizt im Vorfeld gleich einmal ordentlich den Wahlkampf an - und er hat sich dazu ein Reizthema ausgesucht: die Dienstwagenflotte unserer Regierer. Zwar hatten sich die Landesspitzen eine Preislatte von 50.000 Euro aufgelegt, diese wird allerdings meist ganz locker übersprungen.

Der VP-Phaeton von Landesagrarier Hans Seitinger kostet gleich einmal wenig bescheidene 60 Tausender. Knapp darunter: Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann. Dessen Mercedes-Gelände-Allrad ML 280 CDI gibt's zum Neupreis von rund 58.000 Euro.

Landeshauptmann Voves' BMW 530XD (die Landesrätinnen Kristina Edlinger und Elisabeth Grossmann sind mit ebensolchem unterwegs) liegt mit 49.860 Euro haarscharf unter der ominösen Grenze. Dafür ist das Gefährt Spitzenreiter beim CO2-Ausstoß: 219mg jagt der Bayrische pro Kilometer durch den Auspuff. Bei den etwa 50.000 Kilometern (in Vorwahlzeiten entsprechend mehr), die so ein Politiker pro Jahr unterwegs ist, läppert sich in Sachen Luftverpestung ganz schön was zusammen.

Nicht wirklich umweltfreundlich und preiswürdig - stolze 58 Tausender - auch der Lexus von Umweltlandesrat Manfred Wegscheider. Der fährt zwar mit Hybridmotor, kommt aber auch auf einen CO2-Ausstoß von 192mg.

Dafür auch noch unter der 50-Tausender-Grenze geblieben: die Mercedes-E-280er-Dienstwagen von Hermann Schützenhöfer, Siegfried Schrittwieser und Landesrätin Bettina Vollath. Die kosten laut Händler-Preisliste in etwa 49.000 Euro.

Der guten Ordnung halber muss angemerkt werden, dass manche der Karossen mit Kilometerständen unterwegs sind, bei denen ein Privater langsam ans Eintauschen denkt. Trotzdem: Werner Koglers Grüne sind penible Rechner, denn mit Anschaffungskosten alleine ist's nicht getan. 145.000 Euro kostet der rotschwarze Fuhrpark pro Jahr an Tank- und Reparaturkosten - macht auch gleich wieder 725.000 Euro, die der Steuerzahler pro Fünf-Jahres-Periode blecht. Dazu kommen die Kosten für Chauffeure: Zwölf sind beinahe rund um die Uhr im Einsatz.

Den Wahlkampf fahren die Grünen also mit einer "Schluss-mit- Pivilegien-Kampagne". Er, so Kogler, werde mit gutem Beispiel voranfahren: "Kein Dienstwagen, es gibt Taxis und Öffis." Und: "Der Regierungs-Fuhrpark gehört redimensioniert. Es braucht ja nicht jeder einen eigenen Wagen!"

von Gerhard Felbinger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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