25.08.2019 19:53 |

„Krone“ vor Ort

Unwetter: „So schlimm war es bis jetzt noch nie!“

Mit ungemeiner Brutalität stürzte sich in der Nacht auf Sonntag die Lavant durch einen Graben im Obdacher Ortsteil St. Anna am Lavantegg. Die Folgen: Die Gemeinde musste zum Katastrophengebiet erklärt werden, die Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz. Die Schäden liegen jenseits der Fünf-Millionen-Euro-Grenze.

„Eigentlich ist die Lavant ein gemütliches Bacherl“, sinnieren Obdacher Anrainer beim Lokalaugenschein der „Steirerkrone“ im vom Unwetter schwer getroffenen Ortsteil St. Anna am Lavantegg. In der Nacht auf Sonntag verwandelte sich der Bach aber zu einem reißenden Fluss, der in Wellen Geröll durch den Graben schob und schwere Schäden anrichtete.

Straße wurde mit Geröll verlegt und weggerissen
Unwetter ist man hier ja gewohnt, schon 2012 und 2014 herrschte Groß-Alarm in einigen Ortsteilen. „So schlimm wie jetzt war es aber noch nie“, berichtet Hans Unterweger. Ihm gehört eines der drei Häuser, die von der Außenwelt vorübergehend abgeschnitten waren. Kein Strom, keine Wasserversorgung, die Straße komplett mit Geröll und Schlamm verlegt. Teilweise wurde sie weggerissen, dort, wo zuvor noch acht Brücken Wege verbanden, lagern nun Schlamm und Steine.

„Plötzlich ist das Wasser dahergeschossen gekommen. Ein Glück, dass ich mein Haus letztes Jahr mit einer Steinwand geschützt habe“, erzählt Heinrich Beinschab. Direkt neben dem Gebäude erheben sich Geröllberge, die Lavant schoss an der neu errichteten Wand hoch, die das Haus zum Glück schützte.

Schaden noch viel größer als befürchtet
„Es ist ein Wunder, dass niemand verletzt worden ist“, zeigt sich Landesrätin Doris Kampus (SPÖ), die Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer vertritt, erleichtert. Gemeinsam mit Landesrat Johann Seitinger besichtigte sie die zum Katastrophengebiet erklärte Gemeinde.

Am Montag rücken noch mehr Bagger an, um die Schäden zu beseitigen. Diese sind größer als befürchtet: Rechnete man zuerst mit zwei Millionen Euro, belaufen sie sich nun auf fünf Millionen und noch mehr. Privatschäden sind da noch gar nicht mit einberechnet. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Regen nun in Grenzen hält und die Pegel nicht wieder anschwellen.

Monika Krisper
Monika Krisper
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