29.07.2019 06:01 |

Bedrohte Tierwelt

Hitzeperioden rotten Arten in Alpenregionen aus

Hunderte exotische Tierarten, darunter zahlreiche bei uns heimische, wie etwa die Kohlmeise, könnten durch die Erderwärmung schon bald für immer ausgestorben sein, warnt Greenpeace! Die Klimakrise versetzt wegen des immer wärmer werdenden Seewassers in den Alpen auch Bachforelle, Ausseer Saiblingen und Co. in tödlichen Hitzestress. Wärmeeinbrüche im Winter und schmelzender Schnee können lebensbedrohlich für Nagetiere, wie unsere Murmeltiere, sein.

In Österreich gelten derzeit zehn Prozent aller Wirbeltiere als vom Aussterben bedroht. Insbesondere die Alpen „bilden einen wichtigen Lebensraum von Tieren“, weiß Lukas Meus, Biodiversitätsexperte bei Greenpeace. „Doch die Auswirkungen der Klimakrise sind gerade in den Alpen oft früher spürbar als woanders.“

Saibling und Forelle im Hitzestress
Oder der berühmte Ausseer Saibling - er braucht klares, eiskaltes und sauerstoffreiches Wasser. Normalerweise findet er dieses in den Gewässern des Salzkammmerguts. Doch dort sind die Temperaturen um zwei Grad gestiegen. Helmut Belanyecz vom Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz befürchtet aus selbigem Grund auch Schlimmes für Bachforellen. Die Schneeeule leidet laut Greenpeace unter den stetig steigenden Temperaturen genauso, wie europäische Ziesel oder Nerze unter dem rasanten Verlust an Lebensraum.

Greenpeace-Experte Lukas Meus sieht eine globale Ökokatastrophe für die Fauna des Planeten heran dämmern. Zumal heuer mit der Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte erstmals eine Spezies wegen der Klimakrise ausgestorben ist.

„Die Natur spielt verrückt
Der Anstieg des Meeresspiegels hatte der australischen Art die Inselheimat geraubt. Laut neuer Studie wirken sich steigende Temperaturen auch auf die Fortpflanzungsfähigkeit aus. Umweltdachverband-Chef Gerald Pfiffinger: „Die Menschen sorgen dafür, dass die Natur verrückt spielt. Dadurch scheint auch Artensterben in den Alpen nicht mehr zu stoppen.“

Pfiffinger ist in Sorge etwa um den Schneehase, der wegen des Rückgangs der Gletscher nicht mehr genügend Tarnung findet und leichte Beute für Adler wird. Auch das Murmeltier braucht es da oben kühl. Vor 10.000 Jahren sind Murmeltiere schon einmal wegen steigender Temperaturen ausgestorben - in den Pyrenäen. Soweit darf es in den Alpen nicht kommen.

Mark Perry, Gregor Brandl, Kronen Zeitung und krone.at

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