23.07.2019 09:31 |

Zeugin nach Kuh-Eklat

„Wäre schade, wenn Almen komplett gesperrt werden“

Der Bericht über den unverantwortlichen Almbesucher, der mit seinem Hund im freien Gelände eine Kuh provoziert hatte, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. „Wie dumm kann ein Mensch sein?“, fragt ein User in unserem Diskussionsforum. Eine Zeugin sprach mit krone.at nun über den Vorfall.

Rinder können für Wanderer, die auf der Alm nicht genug Sorge walten lassen, zur Lebensgefahr werden. Das hat jener Vorfall im Jahr 2014 gezeigt, als eine deutsche Urlauberin von einer Herde von Mütterkühen zu Tode getrampelt wurde. Der Landwirt, dem die Kühe gehörten, wurde heuer in einem Zivilprozess zu 490.000 Euro verdonnert, sein Anwalt legte Berufung gegen das drakonische Urteil ein.

Doch auch nach dieser Tragödie gibt es immer noch Menschen, die sich durch ihr fahrlässiges Verhalten nicht nur selbst in Gefahr bringen - sondern auch die freie Weide, die von Touristen sehr geschätzt wird und die Almlandschaft ausmacht und prägt.

Einen brenzligen Vorfall konnte die Innsbruckerin Carmen Brenner am Freitag beobachten: „Ich war mit Freunden in der Axamer Lizum bei der Gedenkfeier für David Lama und wir sind auch die Alm raufgewandert“, so die Augenzeugin. „Der Mann ist etwa 30 bis 50 Meter vor uns gewandert. Als wir an einer Jungtierherde vorbeikamen, wagte er sich schon viel zu nah an die Tiere heran“, ärgert sich die Tirolerin.

Warnungen wurden von Hundehalter „vollkommen ignoriert“
„Wir haben ihm dann mitgeteilt, er soll sich von der Herde fernhalten“, so Brenner. „Er hat uns aber vollkommen ignoriert - vielleicht verstand er uns einfach nicht, weil er kein Deutsch spricht.“ Während ihre Gruppe den Wanderweg folgte, sei der Spaziergänger schließlich auf die Wiese abgezweigt. Auf der Ferne beobachteten die Innsbruckerin und ihre Freunde schließlich die brenzlige Begegnung des Unbekannten mit dem Rind: Das Tier war von der Annäherung des Hundes sichtlich irritiert. „Wir haben wieder runtergeschrien und ihn gewarnt, aber wir waren vermutlich zu weit weg. Er wird uns nicht gehört haben.“

Zum Glück sei dann nichts Weiteres passiert, die gutmütige Kuh ließ die Provokation stoisch über sich ergehen. Dennoch wollte Brenner mit dem Video den richtigen Umgang mit Almtieren in Erinnerung rufen. Sie wolle allerdings nicht, dass dieser Vorfall nun ein schlechtes Licht auf alle Hundehalter werfe. „Ich kenne sehr viele Hundehalter - der Großteil weiß sehr wohl, wie man sich am Berg verhalten soll“, betont sie. „Aber es wäre einfach schade, wenn die Almen irgendwann wegen solcher Vorfälle komplett gesperrt werden“, so die Naturliebhaberin.

Zeugin: „Polizei hätte den Mann in der Menge nie gefunden“
Angezeigt habe sie den Zwischenfall nicht. "Wegen der Gedenkveranstaltung waren Hunderte Leute am Berg. Die Polizei hätte den Mann in dieser Menge nie gefunden“, ist sie überzeugt. Sie hofft nun, dass ihr Video Bewusstsein schafft und sich jeder Wanderer respektvoll gegenüber den Almtieren, den Bauern und den anderen Wandern - mit und ohne Hund - verhält.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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