21.07.2019 07:45 |

Zahlung gestoppt

Parteispende in Zell ließ jetzt Fass überlaufen

Öffentliche Förderungen für ein florierendes privates Bergbahn-Unternehmen sorgen im Zillertal für Unmut. Dass diese als Parteispenden an die Türkisen weitergeleitet wurden, brachte nun das Fass zum Überlaufen. Die Zahlung wurde gestoppt - vorerst. 

Seit 2012 schüttet die Marktgemeinde Zell an die örtliche Bergbahn jährlich rund 25.000 Euro aus - zunächst tituliert als Skibusförderung, dann - als erste Widerstände aufkeimten - umgetauft in Tourismusförderung.

„Wir können hier nicht länger zusehen“
Insgesamt zwölf öffentliche Institutionen sind bei der Zeller Bergbahn beteiligt. Als bekannt wurde, dass diese türkise Wahlkampfhilfe leistete, erhöhten die Zeller Blauen um Bundes- und Gemeinderat Christoph Steiner den Druck: „Wir können nicht länger zusehen, wie unser Zeller Steuergeld zu Parteispenden an die ÖVP und Sebastian Kurz verkommt“, sagt Steiner, den es besonders ärgert, dass die Parteispende exakt so hoch war wie die Subvention.

„Wir haben immer schon gegen die Subventionierung eines Unternehmens, das Millionengewinne schreibt, gekämpft“, betont Steiner. Anfang Juli forderten er und seine Mitstreiter im Gemeinderat „die sofortige Einstellung der Zahlungen“ - und landeten einen Teilerfolg. Der Beschluss wurde ausgesetzt. Das bestätigt auch Bürgermeister Robert Pramstrahler. Er räumt ein, dass „die Optik nicht die beste“ war. „Jetzt wollen wir im Gespräch mit Verantwortlichen der Bergbahn klären, wie es wirklich war. Dieses Gespräch ist noch ausständig.“ Solange liege die Subvention auf Eis.

„Was täte die Bahn ohne die Kleinen?“
Steiner betont, dass die Mandatare der Freien Liste Zell „weder gegen den Tourismus und keinesfalls gegen die Bergbahn agieren“. Das im Gemeinderat oft gehörte Totschlag-Argument „Wos tat ma denn ohne die Bahn?“ lässt er nicht gelten: „Das ist äußerst bedenklich. Für einen funktionierenden Tourismusort braucht es weit mehr als nur eine Bahn. Außerdem: Was täte die Bahn ohne die Kleinen? Ohne sie wäre sie auch nichts. Es braucht ein Miteinander“, betont Steiner.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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