09.07.2019 12:30 |

90.000 Pkw pro Jahr

Motorlärm, Gestank und viel Luxus im Naturpark

Außen steht die Bezeichnung „Naturpark“, innen dröhnen die Motoren. Im Naturpark Karwendel sind pro Sommer 90.000 Pkw und rund 1500 Busse auf Mautstraßen unterwegs. Dazu gibt es im Falzthurntal inzwischen auch ein Chalet für betuchte Touristen. Wanderer werden derweil gebeten: „Bitte nicht stören!“

Der Klimawandel hat uns im Griff. Innsbruck, Landeshauptstadt am Fuße des Karwendelgebirges, hat kürzlich den Klimanotstand ausgerufen. Unterdessen donnern Pkw, Busse und Motorräder in die großartige Landschaft des Karwendels, das den gleichnamigen, aus elf Schutzgebieten bestehenden Naturpark bildet. Zwischen 50.000 und 55.000 Pkw und 500 bis 550 Busse waren es jeweils in den vergangenen Jahren auf der Mautstraße in die Eng zum Naturdenkmal Großer Ahornboden mit den Bergahornen. Von Pertisau aus fahren zudem jährlich etwa 35.000 Pkw und 900 bis 1000 Busse ins Falzthurn- bzw. Gerntal.

Bergsteigerbus
Die Problematik kennt auch Toni Heufelder, stellvertretender Geschäftsführer des Naturpark Karwendel. „Im Herbst reiht sich hier Stoßstange an Stoßstange“, bedauert Heufelder. Um den Individualverkehr einzudämmen, hat man vor Jahren den „Bergsteigerbus“ ins Leben gerufen und ihn stark beworben. Dies dürfte mitbewirkt haben, dass der Pkw-Verkehr in die Eng seit 2002 um 5000 bis 10.000 Fahrten abgenommen hat.

Wenig Freude hat er zudem an Sternfahrten mit Luxuskarossen ins Landschaftsschutzgebiet zu den viele Jahrhunderte alten Bergahornbäumen. Erst kürzlich fand eine „Tour“ von Lotus-Freunden ins benachbarte Falzthurntal zur Gramaialm statt. Tatsächlich handelt es sich bei dem Betrieb um einen Alpengasthof, der inzwischen um ein Bio Natur-Luxus Baumchalet für betuchte Gäste erweitert wurde – ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet. Verhaltensregeln für „herkömmliche“ Wanderer, die auf den Pkw verzichten, gibt es auf der Gramai auch. Die bittet man, nicht zu stören. Damit sich die Hausgäste erholen können

Felipe zurückhaltend
Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe wollte sich gegenüber der „Krone“ gestern nicht ausführlich äußern.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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