03.07.2019 10:58 |

Durch FPÖ & ÖVP

Chance auf Tierschutz-Meilenstein wurde vergeben

Im österreichischen Nationalrat haben die Abgeordneten von FPÖ und ÖVP am Montag mit der Ablehnung des Fristsetzungsantrags der Liste Jetzt zu drei wichtigen Tierschutzthemen die Chance auf einen Meilenstein im Tierschutz vergeben. Für die Organisation „Vier Pfoten“ ist es „trotz des erwartbaren Abstimmungsverhaltens eine große Enttäuschung, dass auch in Zukunft Vollspaltenböden für Schweine, die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung und die Tötung von Küken in der konventionellen Hühnerhaltung legal sein werden“, so Kampagnenleiterin Martina Pluda.

„Das ist einfach nur beschämend“, sagt Martina Pluda von den „Vier Pfoten“. „Und zwar deshalb, weil genau die Parteien, die dagegen gestimmt haben, auf unsere Anfragen jedes Mal wortreich betonen, wie wichtig ihnen Tierschutz ist. Zuletzt hat sich ja gerade die FPÖ im EU-Wahlkampf als Tierschutzpartei dargestellt.“ Besonders interessant: Bei den Wahlprüfsteinen zur Nationalratswahl 2017 bekannte sich die FPÖ zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration. „Dass eine Partei, die sich in den letzten Monaten den Tierschutz explizit auf die Fahnen geheftet hat, dann gegen diesen Ausstieg stimmt, muss man als Verhöhnung der Wähler sehen - als Verhöhnung der Tiere sowieso“, kritisiert Pluda.

Vollspaltenböden: Handel geht voran, Politik folgt nicht
Beim Thema Vollspaltenböden wäre der Handel bereits für den Meilenstein bereit: Sowohl REWE als auch Spar haben bereits Interesse an einer Branchenlösung angekündigt und wollen weiterhin auf österreichisches Schweinefleisch setzen, auch wenn es durch die Haltung ohne Vollspaltenböden teurer wird. „Wir finden das wirklich lobenswert“, sagt Pluda dazu. „Besser können doch die Voraussetzungen für die Politik für ein Verbot dieser Tierquälerei nicht sein!“

Riesenchance vertan
Ebenso habe die Bio-Branche in Österreich gezeigt, dass die Haltung von Hühnern sehr wohl auch ohne das barbarische Töten von Küken am ersten Tag möglich ist. „Seit 2017 gibt es eine Branchenlösung in Österreich. Die Biobetriebe ziehen auch die Brüder der Legehennen auf. Umso frustrierender ist es, dass der FPÖ-Entschließungsantrag zum Thema ein reines Ausweichmanöver war. Eine Riesenchance wurde vertan. Jetzt wird es sicher wieder dauern, bis ein Verbot auf die politische Agenda kommt“, so Martina Pluda. Anscheinend, so das Fazit der „Vier Pfoten“-Kampagnenleiterin, muss es immer erst zu Skandalen kommen, damit sich etwas ändert – wie bei den Lebendtiertransporten, zu denen endlich einige Anträge eingebracht und auch mehrheitlich angenommen wurden.

Holzinger-Vogtenhuber: „Blaue Verzögerungstaktik!“
"Bei der ÖVP ist klar, dass Tiere für sie nichts anderes sind als Produktionsmittel, deren Wohlergehen dem Gewinn untergeordnet werden", ärgert sich Daniela Holzinger-Vogtenhuber, die drei Gesetzesanträge für mehr Tierwohl eingebracht hat. "Die FPÖ jedoch präsentier sich ihren Wählern nicht nur gerne als Partei des kleinen Mannes, sondern auch als Partei des armen Tieres. Ihre Politik zeigt, das Gegenteil ist der Fall." Die Blauen hätten stattdessen eigene, unverbindliche Entschließungsanträge eingebracht, die laut Holzinger-Vogtenhuber eine reine Verzögerungstaktik darstellen: "Sie würden mit Ende der Legislaturperiode ihre Gültigkeit verlieren and damit ohne Folgen bleiben."

Appell auch an den Konsumenten
„Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner appelliert einmal mehr an den Konsumenten: „Wir alle haben die Wahl, welches Fleisch wir uns kaufen. Die Initiative ‘Fair Ferkel‘ hat die bekanntesten Marken für Wurstwaren und verarbeitetes Fleisch einander gegenüber gestellt und zeigt übersichtlich in der Broschüre ‘Augen auf beim Schweinefleisch-Kauf!‘, wo Sie im Supermarkt zulangen können, wenn Sie Vollspaltböden, Kastenstand, brutaler Kastration etc. den Kampf ansagen wollen.“ Denn mit einem kritischen Einkauf unterstützen Sie Marken, die Wert auf Tierschutz legen, und tragen damit zum Fortschritt bei!

Infos unter www.tieranwalt.at.

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