28.05.2019 13:22 |

Nach Stotterstart

Thiem: Manchmal braucht es auch „Alarmsignale“

Es war ein etwas verfahrener Start, doch manchmal braucht es auch diese „Alarmsignale“, wie es Dominic Thiem später ausdrückte, um die Maschinerie richtig in Schwung zu bekommen. Der 25-jährige Vorjahresfinalist hat die erste Runde bei den French Open überstanden und sich erst spät von vorhandener Nervosität befreit. Thiem spielt nun erst wieder am Donnerstag gegen den Kasachen Alexander Bublik.

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„Wir alle haben sehen können, was passiert, wenn ich nicht mein bestes Tennis spiele“, resümierte Thiem vor nun auch größer gewordener internationaler Journalistenschar. Im Vorjahr war Thiem als frischgebackener Lyon-Sieger nach Paris gekommen und schon zwei Tage später spielte er sein Erstrundenmatch. Das gewann er damals gegen Ilja Iwaschka (BLR) ganz sicher.

Inwiefern der Selbstvertrauensschub eines Titels unmittelbar vor einem Grand Slam mehr hilft als Kraft kostet, kann wohl nicht allgemein beantwortet werden. Nicht einmal am Beispiel Thiem. „2016 und vergangenes Jahr bin ich mit einem Titel hergekommen. Das war super für das Selbstvertrauen, aber ich hatte nicht viel Rast. 2017 und dieses Jahr habe ich vorher keine Turniere gespielt, also habe ich alles ausprobiert und alles erlebt“, stellte Thiem fest.

Und von der Ergebnissen her sei es 2016 ganz ähnlich schwierig gewesen wie gegen Tommy Paul am Montag. „So ein Match ist auch ein bisserl ein Alarmsignal, weil dann hoffentlich ein langsamer Start nicht mehr passieren wird.“

Durch die Angespanntheit bewegte sich Thiem zunächst nicht so gut wie üblich. „Ich war oft einen Schritt zu spät, habe die Bälle nicht hundertprozentig sauber getroffen. Da waren ein paar Faktoren, die sich von einer Sekunde auf die andere geändert haben“, erkannte Thiem, und diese Zuversicht nimmt er mit ins nächste Match.

Und dieses wird wieder Neuland für Thiem, denn auch gegen den 21-jährigen Alexander Bublik aus Kasachstan spielt er erstmals. Der 1,96-m-Mann hat 2019 die Challenger in Budapest und Pau gewonnen und in Miami nach überstandener Qualifikation in Runde zwei gegen Nick Kyrgios verloren. „Das Match habe ich gesehen. Da waren nicht viele seriöse Punkte dabei. Ich nehme an, dass er gegen mich am Donnerstag das Spiel zerstören will und viele Stoppbälle spielen wird, Serve-Volley. Er serviert sehr gut, das macht es unangenehm“, weiß Thiem.

Dennoch wird er wohl schon etwas lockerer ins Match gehen, trotz großer Erwartungshaltung an sich selbst für das gesamte Turnier. „Andererseits kann ich nicht erwarten, dass ich bei jedem Roland Garros Semifinale, Finale oder Sieg spiele“, relativiert Thiem. „Das ist zu viel verlangt. Das hat in der Geschichte nur einer gemacht - ein Spanier“, meinte er schmunzelnd und jeder wusste, dass er von Rafael Nadal sprach. „Es wird sicher wieder ein Jahr geben, wo ich nicht ganz so weit komme. Aber ich hoffe nicht, dass es dieses Jahr ist.“

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