Vier Monate bedingt

Spätes Geständnis nach geschönten Deutschtests

Man kennt es noch aus der Schule: Selbst wenn man beim Schwindeln erwischt wurde, fiel es schwer, die Schuld einzugestehen. So erging es auch einem türkischen Ehepaar beim Prozess in Linz, das sich einen positiven Sprachtest erkauft hatte. Schließlich legte es aber ein Geständnis ab - je vier Monate bedingt.

Nachdem im April eine Prüferin verurteilt worden war, weil sie gegen Bezahlung 68 Sprachtests von Zuwanderern positiv bewertet hat, sind nun die Prüflinge vor Gericht an der Reihe. Alleine in Linz sind in dieser Woche sechs Verhandlungen in der Causa angesetzt. Die Angeklagten werden allesamt von der Prüferin belastet, die in ihrem Verfahren ein Geständnis abgelegt hatte und zu 3600 Euro Geldstrafe und zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt wurde. Die Staatsanwaltschaft hat übrigens gegen das Urteil berufen, will eine höhere Strafe

Nachdenkpause
Davon zeigte sich das türkische Ehepaar (51 und 47 Jahre alt), das im Mühlviertel eine Pizzeria betreibt, zuerst unbeeindruckt. Man kenne die Prüferin aus einem türkischen Verein und habe sie nur informell gefragt, wie man sich auf den Deutschtest vorbereiten soll. Richterin Petra Oberhuber verordnete den beiden eine Nachdenkpause - nach der sie zugaben, 500 Euro für nachträgliche Korrekturen am Test bezahlt zu haben. Das verspätete Geständnis wurde als Milderungsgrund gewertet: Das Ehepaar wurde zu je vier Monaten bedingter Haft wegen Bestechung verurteilt.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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