Sonst wäre Praxis leer

Mit 73 Jahren kehrt Arzt in seinen Job zurück

Vor dreieinhalb Jahren war bereits alles unter Dach und Fach: Der langjährige Allgemeinmediziner Akbar Rezwan hatte seine Nachfolgerin gefunden und konnte sich ruhigen Gewissens in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Weil das niederösterreichische Ennsdorf nun doch keinen Arzt mehr hat, kehrt er Anfang Mai wieder zurück.

Dass es gerade für kleine Gemeinden am Land momentan äußerst schwierig ist, Allgemeinmediziner zu finden - davon kann Ennsdorf wohl ein Lied singen. Als sich der langjährige Hausarzt Akbar Rezwan vor dreieinhalb Jahren in die Pension verabschiedete, war die Nachfolge mit Bettina Wokatsch-Ratzenberger eigentlich schon geregelt. Weil es die Medizinerin jedoch nun nach Hargelsberg verschlug, fehlt es seit 1. April im Ort an einem Arzt.

Wahlarzt wider Willen
Da sich auch seit Dezember niemand für die freie Stelle beworben hat, hat Rezwan angeboten, wieder in den weißen Kittel zu schlüpfen. „Ich will helfen und habe beschlossen, vorerst für zwei Jahre wieder tätig zu werden“, so der Vollblutmediziner, der am 6. Mai seine Praxis wieder eröffnet. Sein Alter ist ihm dabei nur rechtlich im Weg: „Da ich über 70 bin, kriege ich leider keinen Kassenvertrag mehr und muss nun notgedrungen als Wahlarzt arbeiten.“

Umdenken im System
Bei SP-OÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder schrillen in puncto Ärzteversorgung die Alarmglocken: „In zehn Jahren gehen in Österreich 14.500 Ärzte in Pension und der durchschnittliche oberösterreichische Allgemeinmediziner ist 52 Jahre alt. Wir müssen umgehend handeln. Es braucht ein Umdenken im System.“

Michael Klukowski
Michael Klukowski
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