So, 19. Mai 2019
18.04.2019 09:18

Auf Haus gestürzt

Busunglück auf Madeira: 29 deutsche Touristen tot!

Bei einem schrecklichen Busunglück auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira sind 29 Menschen ums Leben gekommen. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa erklärte am späten Mittwochabend, dass nach seinen Informationen alle Todesopfer aus Deutschland stammen. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sprach auf Twitter von „entsetzlichen Nachrichten“.

Der Reisebus war am Mittwochabend in der Gemeinde Canico, in der die Urlauber die Osterferien verbrachten, in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. Auf einem im Internet verbreiteten Video ist zu sehen, wie er sich an dem steilen Abhang mehrmals überschlug. Fotos zeigen das zerstörte Wrack auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach liegend.

57 Menschen an Bord
Die Zeitung „Observador“ berichtete von insgesamt 57 Menschen an Bord. Sie waren unterwegs zu einem typisch madeirischen Abendessen in der Hauptstadt Funchal, als gegen 18.30 Uhr das Unglück passierte. Verletzt wurden dabei nach Informationen der Blattes 27 Menschen. Zwei konnten das Krankenhaus demnach bereits wieder verlassen, mehrere andere mussten operiert werden. Unter den Verletzten seien zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Fremdenführer. Bei den Toten soll es sich um elf Männer und 18 Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren handeln. Sie wurden in eine eigens eingerichtete Leichenhalle am Flughafen von Funchal gebracht.

„Mit großer Erschütterung haben wir von dem tragischen Busunglück auf Madeira erfahren. Wir müssen leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind“, twitterte das Auswärtige Amt in Berlin am späten Abend. „Unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden.“ Portugals Ministerpräsident Antonio Costa kondolierte der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, Portugals Präsident de Sousa wollte im Lauf des Tages mit Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen.

Die portugiesischen Einsatzkräfte stellten drei Militärflugzeuge zur Verfügung, um Betroffene notfalls schnell auf das Festland transportieren zu können. Die Regionalregierung ordnete eine dreitägige Trauerzeit für die im Atlantik gelegene Insel an.

Untersuchungen eingeleitet
Die Unfallursache ist weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Der Inhaber des Unglücksfahrzeugs sagte den Ermittlungsbehörden seine uneingeschränkte Kooperation zu. Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal. Der Vizepräsident der Regionalregierung, Pedro Calado, nannte jegliche Mutmaßungen zur Unglücksursache „verfrüht“.

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