29.03.2019 07:36 |

Nationale Zeremonie

Neuseeland gedachte der 50 Christchurch-Opfer

Zwei Wochen nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch hat Neuseeland mit einer nationalen Gedenkfeier die 50 Todesopfer gewürdigt. 20.000 Menschen nahmen am Freitag an der Zeremonie im Hagley-Park in Christchurch teil, die bei ähnlichen Veranstaltungen im Rest des Landes auf Großbildschirmen übertragen wurde. „Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen“, sagte Regierungschefin Jacinda Ardern in ihrer Rede. Das gleiche gelte für Gewalt, Extremismus und Angriffe auf die Religionsfreiheit. 

Nach Arderns Rede wurden vor den Vertretern von rund 60 Ländern die Namen der Opfer verlesen. An ihr Schicksal hatte Neuseeland bereits am Freitag vergangener Woche mit zwei Schweigeminuten erinnert.

„Ein Angriff auf uns alle“
Christchurchs Bürgermeisterin Lianne Dalziel bezeichnete den Anschlag als einen „Angriff auf uns alle“. Die von Hass getriebene Tat habe zum Ziel gehabt, die Neuseeländer zu spalten - doch stattdessen habe sie „uns vereint“. Danach spielte der Musiker Yusuf Islam seinen Song „Peace Train“ (Friedenszug). Der unter dem Namen Cat Stevens bekannt gewordene Star war in den 1970er-Jahren zum Islam konvertiert und hatte den Namen Yusuf Islam angenommen.

Täter droht lebenslange Haft
Am 15. März hatte der 28-jährige australische Rechtsextremist Brenton Tarrant zwei Moscheen in Christchurch angegriffen und 50 Menschen erschossen. Das Blutbad sorgte international für Entsetzen. 22 Verletzte werden nach wie vor in Krankenhäusern behandelt. Der Täter sitzt in Untersuchungshaft, ihm droht lebenslange Haft. Für den Beginn des Prozesses gibt es noch keinen Termin.

Auch Verbindungen zu Österreich
Tarrant hatte im Herbst 2018 aus Ungarn kommend Österreich bereist. Innenminister Herbert Kickl berichtete dem Nationalrat am Donnerstag über den diesbezüglichen Ermittlungsstand. Neu war dabei, dass Tarrant im Jahr 2014 eine Nordkorea-Reise in einer Gruppe unternommen hatte, in der sich auch drei Österreicher befanden. Anfang 2018 überwies der Australier zudem eine Spende in Höhe von rund 1500 Euro an den Chef der Identitären Bewegung, Martin Sellner.

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