Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) bestätigte einen am Montag erscheinenden Bericht des Nachrichtenmagazins "profil", wonach seit Herbst 2005 eine für alle Mitgliedstaaten rechtlich bindende EU-Verordnung 2073/05 in Kraft getreten ist.
Die Verordnung regelt mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel. In ihr heißt es, dass in Lebensmitteln (außer jenen für Säuglinge oder für besondere medizinische Zwecke) in fünf gezogenen Proben bis zum Ende der Haltbarkeitsdauer nicht mehr als 100 Keime pro Gramm vorkommen dürfen. Das gilt für Waren im Handelsverkehr.
Rettende Fußnote?
Wenn das Produkt noch unter Kontrolle des Herstellers, also im Unternehmen ist, dürfen in fünf gezogenen Proben zu je 25 Gramm Keime nicht nachweisbar sein. Eine Fußnote relativiere dieses Kriterium, erklärt AGES-Experte Rochus Nepf: "Dieses Kriterium gilt für Erzeugnisse, bevor sie aus der unmittelbaren Kontrolle des Lebensmittelunternehmers, der sie hergestellt hat, gelangt sind, wenn er den zuständigen Behörden nicht zufriedenstellend nachweisen kann, dass das Erzeugnis den Grenzwert von 100 Keimen pro Gramm während der gesamten Haltbarkeitsdauer nicht überschreitet."
Seitens des Unternehmens hieß es in der Vergangenheit, dass quasi ständig positive Proben gezogen würden, diese aber stets unter den Grenzwerten gelegen seien. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft müssen nun Aufschluss darüber geben, ob strafrechtlich relevant vorgegangen wurde.
Weitere Erkrankung bestätigt
Die AGES hat indes am Freitag einen weiteren Listeriose-Erkrankungsfall bestätigt. Bei einem 89-jährigen Oberösterreicher, der wegen einer Blutvergiftung ins Spital kam, wurde Listeriose diagnostiziert. Der Patient sei aber mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Infektionszeitpunkt lag eindeutig vor der Produktrücknahme am 23. Jänner 2010, betonte die AGES.
In Summe sind in Österreich bisher 22 Fälle dem Listeriose-Ausbruch durch Verunreinigungen von Quargel der steirischen Firma Prolactal zuzuordnen. 2009 gab es zwölf Erkrankte, davon vier Todesfälle. 2010 wurden zehn Erkrankte und davon ein Todesfall gezählt, wobei sich dieser schon am 26. Dezember 2009 ereignete, die Zuordnung zum Ausbruch aber erst 2010 bestätigt wurde. Unter den 22 Erkrankten waren 19 Männer und drei Frauen.
Bei der AGES betonte man, dass bis dato noch keine Infektion belegt wurde, die auf einen Quargelkonsum nach dem öffentlichen Produktrückruf am 23. Jänner 2010 zurückgeht.
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