Das Publikumsverhalten in den Sportstätten sei einmalig gewesen, die Spiele würden eine positive Nachhaltigkeit für ganz Kanada hinterlassen. "Die Spiele haben das Land vereint", meinte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees. Aber der Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili kurz vor der Eröffnungsfeier werde auch für immer Teil der Spiele bleiben.
"Die olympische Bewegung wird das nie vergessen. Der Tod hat mich sehr tief getroffen. Ich konnte zwei Nächte lang nicht schlafen", sagte Rogge. Das IOC habe die moralische Verpflichtung, die Spiele so sicher wie möglich zu machen. "Die Grenzen werden von den Ambitionen der Athleten verschoben. Manchmal muss man Athleten auch vor sich selbst schützen", erklärte der 67-Jährige. "Wir werden nie jedes Risiko ausschließen können, aber wir müssen das Risiko minimieren, um die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten."
Erfolgreicher Anti-Doping-Kampf
Besonders erfreut zeigte sich Rogge auch über den erfolgreichen Anti-Doping-Kampf bei diesen XXI. Olympischen Winterspielen. Bei mehr als 2.000 Tests gab es keine positiven Dopingfälle und nur zwei Verstöße. "Wir hatten sieben positive Fälle in Salt Lake City, sieben in Turin. Wir sehen einen Trend, aber wir müssen objektiv sein. Wir können noch nicht alles nachweisen", betonte er, "aber es wird nicht lange dauern, bis wir die notwendigen Tests haben. Deswegen bewahren wir alle Proben für Nachuntersuchungen acht Jahre lang auf." Die Botschaft sei aber, dass bereits die gegenwärtigen Tests eine abschreckende Wirkung hatten.
Zu den herausragenden Persönlichkeiten dieser Spiele zählte Rogge u.a. den Schweizer Skispringer Simon Ammann, der acht Jahre nach seinem Doppel-Gold in Salt Lake City erneut Doppel-Olympiasieger wurde. Bei der Kür der südkoreanischen Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kim Yu Na habe er "Emotionen erlebt wie zuletzt bei Tornville/Dean".
Auch die Energieleistungen vom schwedischen Alpin-Ass Anja Pärson und der Slowenin Petra Majdic, die nach schweren Stürzen noch Medaillen holten, lobte Rogge als inspirierend und berührend. Die Leistungen der norwegischen Langlauf-Stars Marit Björgen, mit fünf Medaillen erfolgreichste Athletin der Spiele, und Petter Northug sind für ihn bemerkenswert.
Positive Signale Richtung Sotschi
Den Olympia-Machern von Sotschi, dem nächsten Gastgeber der Winterspiele 2014, empfahl Rogge eine genaue Analyse der 17 Tage von Vancouver. "Das Organisationskomitee von Sotschi hat viel gelernt. Eine gute Strategie wäre, die Stärken von Vancouver zu wiederholen und die Schwächen auszumerzen", so der Ober-Olympier. Die Russen würden Sport kennen und lieben, zudem seien die geografischen Bedingungen an der Schwarzmeerküste fantastisch. Deshalb sehe alles gut aus.
Um 19.00 Uhr Ortszeit ging am Sonntagabend dann während der Schlussfeier im BC Place Stadium nach 16 Tagen das olympische Feuer aus.
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