Angesichts eines beschädigten Bobs, einer Schnittwunde an Stampfers Zeigefinger und vor allem der vergebenen Chance auf eine respektable Platzierung verzichteten der 37-Jährige und seine Hinterleute Johannes Wipplinger, Jürgen Mayer und Christian Hackl auf ein weiteres Antreten. Schwerer als die körperliche Blessur traf Stampfer der seelische Schmerz nach dem Sturz im letzten Olympia-Rennen der langen Karriere. "Wir sind alle den Tränen nahe, es war ein kleiner Fehler mit großer Wirkung", erklärte Stampfer.
US-Bob zur Halbzeit vorne
Halbzeit-Spitzenreiter war Weltcupsieger Steven Holcomb aus den USA nach Bestzeit in beiden Durchgängen am Freitag (Ortszeit) mit 0,40 Sekunden Vorsprung auf Lokalmatador Lyndon Rush und 0,44 auf den Deutschen Andre Lange. Der Zweier-Gewinner Lange strebt seine dritte Goldmedaille im Vierer und das zweite Gold-Double in Serie an. Der Schweizer Ivo Rüegg war mit 0,69 Sekunden Rückstand Vierter.
Fünf Stürze am ersten Renntag
Nach sturzfreiem Training passierten am ersten Renntag gleich fünf Stürze. Betroffen waren jeweils im ersten Lauf neben Stampfer auch der Mitfavorit Alexander Subkow (RUS), der Olympia-Dritte im Zweier, sowie der Schlitten aus der Slowakei (Milan Jagnesak). Im zweiten Lauf stürzten der Brite John Jackson und der Japaner Hiroshi Suzuki.
"Es hat so ausgeschaut, als ob die Bahn etwas anders dasteht als im Training", erklärte Stampfer, der auf das Abschlusstraining verzichtet hatte, um mit seinen Hinterleuten ausgeruht ins Rennen zu gehen. Doch wie schon im Zweier kam schon nach dem ersten Lauf das Aus. Im ersten Bewerb war Österreich 1 wegen Übergewicht des Bobs disqualifiziert worden, nachdem wegen einer Aufwärm-Verletzung von Martin Lachkovics der viel schwerere Jürgen Mayer fahren musste und das Reglement kein Entfernen des Zusatzgewichts so knapp vor dem Start erlaubte.
Bob in Kurve 13 umgestürzt
In der Vierer-Konkurrenz hatten Stampfer und seine Crew am Start wie erwartet Rückstand (+0,21 Skunden auf Holcomb), mit der weiteren Fahrt war Stampfer bis Kurve 12 zufrieden. Mehr Risiko als normal sei er nicht eingegangen. "Vor Kurve 13 ist es sich leider haarscharf nicht ausgegangen", sagte der Tiroler. Der Bob, der zu den schnellsten im Feld zählt, touchierte mit dem Abweiser "und dann war es vorbei", sagte der enttäuschte Pilot. "Vielleicht hätte ich bei Kurve 12 noch mehr einschlagen können, aber beim Training ist es sich immer perfekt ausgegangen. Es sind halt nur ein paar Zentimeter zwischen Sein und Nichtsein."
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