05.02.2019 12:29 |

Total verrückte Idee

Start-up will Kaffeebohnen im Weltall rösten

Seit mittlerweile Jahrhunderten werden Kaffeebohnen - zu Beginn in speziellen Pfannen, später in Maschinen - geröstet, um sie zu trocknen. Ein Start-up aus Dubai will dieses Verfahren nun auf eine neue Stufe heben. Geht es nach den Gründern von „Space Roasters“, dann sollen die Bohnen künftig im Weltall geröstet werden.

„Wir glauben, dass es an der Zeit ist, das Rösten von Kaffee mithilfe von Weltraumtechnologie zu revolutionieren“, erklärten die Gründer von „Space Roasters“, Hatem Alhafaji und Anders Cavallini, in einem Interview mit dem Raumfahrtmagazin „Room“. Ihr Unternehmen sei das erste, das erforsche, wie man mittels Weltraumwissenschaft und Technologie das Rösten von Kaffee verbessern könne, heißt es auf der Website ihrer Firma.

Der Plan von „Space Roasters“ ist es, eine mit Kaffeebohnen gefüllte Kapsel (das Bild unten zeigt eine schematische Darstellung) ins Weltall zu schießen und die beim Wiedereintritt durch die Erdatmosphäre entstehende Reibungswärme für das Rösten der Bohnen zu verwenden. Dafür hat das Unternehemen bereits eine spezielle Kapsel entworfen, die mit einem Fallschirm auf die Erde zurückkehren soll.

Schwerelosigkeit sorgt für „perfekte Röstung“
Auf der Erde würden die Bohnen teilweise auseinanderbrechen und angebrannt werden. Der Vorteil der Röstung im All: „Wenn die Schwerkraft beseitigt wird, schweben die Bohnen in einem beheizten Ofen herum, erhalten rundum gleichmäßig Wärme und werden so fast perfekt geröstet“, ist man bei „Space Roasters“ überzeugt.

Den Weg ins All soll die mit 300 Kilogramm Kaffeebohnen gefüllte Kapsel an Bord einer Rakete (das Bild oben zeigt eine „Electron“-Rakete der Firma Rocket Lab), die sie in eine Höhe von rund 180 Kilometern bringen soll, antreten. Laut Angaben des englischen Guardian ist „Space Roasters“ diesbezüglich bereits in Gesprächen mit den privaten Raumfahrtfirmen Rocket Lab und Blue Origin.

500 Dollar für eine Tasse Kaffee
Geht man davon aus, dass der Start einer „Electron“-Trägerrakete der neuseeländischen Firma Rocket Lab sechs Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro) kostet, und rechnet man die Kosten für Entwicklung und Bau der Röstkapsel, für Marketing etc. dazu, dann werde eine einzelne Tasse (die 10 bis 15 Gramm des im All gerösteten Kaffee enthält) wohl um die 500 Dollar (knapp 440 Euro) kosten, rechnet ein Experte vor. Ein teures, wenn auch exklusives Vergnügen …

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter