04.02.2019 15:11 |

Roman von Stift-Laube:

Drastische Mittel für die Rettung der Welt

Was wäre die gegenwärtige Grazer Literaturszene ohne sie? Vor wenigen Tagen hat Andrea Stift-Laube offiziell die Leitung der „Lichtungen“ übernommen, nun präsentiert sie ihren neuen Roman: In „Schiff oder Schornstein“ lässt sie Tierschutz-Aktivisten im verzweifelten Versuch, die Welt zu retten, zu drastischen Mitteln greifen.

Mit Herz bei der Sache ist Andrea Stift-Laube, wenn es um die heimische Literaturszene geht: Als neue Herausgeberin der „Lichtungen“ ist sie Anlaufstelle und Fürsprecherin für Autorinnen und Autoren und Vorkosterin für interessierte Leser.

Mit Herz bei der Sache sind aber auch die Figuren, die Stift-Laube in ihrem eigenen literarischen Werk in den Mittelpunkt stellt. Immer wieder finden sich in ihren Texten Menschen, die mit ihren Überzeugungen und gegen das Schlechte in der Welt kämpfen. So auch in ihrem neuesten Roman „Schiff oder Schornstein“ (erschienen bei Kremar & Scheriau).

Aus Tierliebe wird Aktivismus
Es sind ein Hund und eine Katze, die das Schwesternpaar Franzi und Ila in ihrer Kindheit über die familiären Schwierigkeiten hinwegtrösten. Und so ist es nicht sehr überraschend, dass die Tierliebe den weiteren Werdegang des Duos beeinflusst: Ila beginnt in einer Tierpflegestation zu arbeiten, Franziska trifft in einer Kommune nicht nur auf Konstantin, der sich Hals über Kopf in sie verliebt, sondern entdeckt auch ihre Aktivisten-Seite: Sie befreit Hühner aus Massenhaltung und scheut nicht mal den Weg zum Südpol, um die Tiere der Welt zu retten. Doch eines Tages verschwindet sie spurlos.

Kampf mit drastischen Mitteln
In einem Gefühlsmix aus Trauer um den Verlust und Sendungsbewusstsein konzipieren Ila und Konstantin eine schräge Kunst-Aktion: Im Internet bieten sie Katzenfleisch an. Mit diesem drastischen Schritt wollen sie auf die Paradoxie und Beliebigkeit der menschlichen Beziehungen zu Tieren aufmerksam machen - und ernten dafür nicht nur einen Sturm der Entrüstung, sondern auch das Interesse chinesischer Investoren.

Einmal mehr schafft Andrea Stift-Laube den Spagat zwischen einer bewegenden Zeichnung von Charakteren und einer makabren Überzeichnung der Gesellschaft. Sie beschreibt Menschen, die an dem System, in dem sie leben (müssen), verzweifeln und einen Weg suchen, darob nicht in völlige Ohnmacht zu verfallen. Ein Rätsel, an dem man auch als Leser einiges zu knabbern hat.

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