01.02.2019 06:37 |

Er stammt aus Leipzig

Zwei Frauen bestätigen Festnahme von IS-Ehemann

Ein deutscher Dschihadist konnte von kurdischen Truppen in Syrien festgenommen werden - das bestätigten seine Ehefrauen Leonora und Sabina. Die Terrororganisation Islamischer Staat befindet sich in dem Gebiet weiterhin auf dem Rückzug und beherrscht nur noch wenige Quadratkilometer.

Der 28-jährige Deutsche Martin Lemke aus Leipzig dürfte mit seinen Ehefrauen vor den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), die von den USA unterstützt werden, geflohen sein. In einem Überprüfungslager im ostsyrischen Dorf Baghus unweit der irakischen Grenze trafen Reporter die Frauen, die über die Festnahme ihres Gatten berichteten.

Der IS hat fast das gesamte „Kalifat“ verloren, das die Dschihadisten im Sommer 2014 in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen hatten. Im Osten Syriens kontrollieren sie nur noch wenige Quadratkilometer und sind weiter auf dem Rückzug.

Die Frauen gaben an, Lemke habe hauptsächlich als Techniker für den IS gearbeitet, aber nicht an Kämpfen teilgenommen. In deutschen Medien ist davon die Rede, der aus Sachsen stammende Lemke habe der IS-Religionspolizei Hisba und später dem Dschihadisten-Geheimdienst Amnijat angehört. Er soll demnach regelmäßig Kontakt zum ehemaligen IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani gehabt haben.

Sie hätten sich gemeinsam den SDF-Kämpfern ergeben, sagte die 19-jährige Leonora, die ihren zwei Wochen alten Säugling in den Armen hielt. Die 34-jährige Sabina gab lediglich an, sie sei zusammen mit ihrem Mann geflohen. In den Überprüfungszentren der SDF werden Zivilisten von mutmaßlichen aktiven IS-Mitgliedern getrennt.

Leonora reiste im Alter von 15 Jahren nach Syrien
Leonora war nach eigenen Angaben 15 Jahre alt, als sie im März 2015 zusammen mit einer Freundin in dem vom IS kontrollierten Gebiet eintraf. Dort habe sie ihren Mann geheiratet und die meiste Zeit über in Rakka gelebt, der Hauptstadt des „Kalifats“ im Norden Syriens.

In der Gewalt der SDF befinden sich Hunderte ausländische Dschihadisten. Die kurdischen Kämpfer wollen ihnen nicht den Prozess machen, sondern sie in ihre westlichen Herkunftsländer abschieben. Dort stößt diese Absicht auf wenig Gegenliebe.

 krone.at
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