Sa, 15. Dezember 2018

Die Seilbahn-Chefin:

08.12.2018 18:50

„Müssen pro Jahr 100 Millionen Euro investieren“

Der Wetterbericht für die kommenden Tage lässt die Obfrau der Salzburger Seilbahner, Veronika Scheffer, jubeln. Die Branche investierte heuer 200 Millionen Euro und buhlt um die Skikinder.

Frau Scheffer, viele Skigebiete starten heute in die Wintersaison. Landesweit wurden heuer dafür 200 Millionen Euro investiert.Ist das nicht ein bisserl viel?

Es ist natürlich sehr viel Geld und heuer ein Rekordwert durch die Großprojekte Schlossalmbahn in Bad Hofgastein sowie Maiskogel in Kaprun. Insgesamt haben wir salzburgweit 130 Millionen in die Qualität der Liftanlagen investiert, sowie 70 Millionen in die Schneesicherheit und Service, wie Parkplätze. Die Branche ist einfach dazu aufgefordert, zu investieren, zu verbessern und auch zu modernisieren. Wir sehen uns als Motor der Region: Nachdem es heuer bisher keinen Naturschnee gab, sieht man wie wichtig es ist, in Bescheiungsanlagen zu investieren. Wir können dadurch starten und auch die Weihnachtsbuchungen passen.

Treiben Sie sich damit den Standard nicht selbst hoch?

Der Gast verlangt’s und wünscht’s, und wir wollen Tourismusland bleiben. Natürlich gibt es dabei eine Konkurrenzierung zwischen den verschiedenen Skigebieten. Jährlich müssen wir laut Hochrechnungen 100 Millionen Euro investieren, um einfach auf Stand der Technik der Seilbahnen und Beschneiung zu bleiben. Die Branche braucht daher sicher viel Geld, um alte Anlagen zu ersetzen und die Attraktivität der Skigebiete zu fördern.Man kann überall hinfahren im Winter. Es gibt auch tolle Angebote in Richtung Süden oder Karibik, mit denen wir konkurrieren. Und unser Gast ist halt einfach einmal sehr verwöhnt.

Das heißt, die Investitionssummen werden nicht kleiner werden?

Nein, werden sie nicht. Im vergangenen Jahr haben wir 100 Millionen Euro investiert und da ist nicht sonderlich viel passiert. Die 70 Millionen, die in die Schneesicherheit und Serviceangebote floßen, sieht der Gast nicht. Er merkt beispielsweise nur, dass Piste und Schnee sehr gut sind. Und viele Teiche für die Beschneiung sind mittlerweile 20 Jahre alt und müssen auf Stand der Technik gebracht werden. Vor zwanzig Jahren hat noch keiner gewusst, was da auf uns zukommen wird. Es ist viel zu machen. Wie in einem Hotel, auch dort laufend Investitionen an.

Grundsätzlich sind starke Investitionen eine Möglichkeit, aber die Skifahrer werden weniger. Zwei Drittel der Österreicher sind nicht mehr auf den Bretteln unterwegs.

Wir müssen soweit kommen, dass der Gast sagt, Ich muss Skifahren gehen, weil das für mich Lebenshinhalt oder Freizeit ist’.

Wie soll das Gelingen?

Im Rahmen des Netzwerkes Winter haben wir Programme entwickelt wie beispielsweise „Skifahren lernen in 3 Tagen an“ für Kinder und Wiedereinsteiger, Jugend-Aktionstage oder auch Schulskitage. Wir schauen, dass wir die Schulen wieder aktiv zum Wintersport bringt und denken, dass wir auf einen guten Weg sind. Zudem unterstützen wir auch die Kleinstgebiete.

Zurück zu den Investitionen: Spielt ihnen die wirtschaftliche Entwicklung, also die Zinslage auch in die Hände?

Wir müssen natürlich auch die Investition erwirtschaften. Aber das niedrige Zinsniveau kommt uns zu Gute. Das ist klar.

Der Standard in den Skigebieten ist dadurch natürlich hoch. Lockt das nicht auch von außen Interessenten an?

Ich denke, dass die Salzburger Banken stark genug sind und hinter uns stehen. Zudem haben wir bodenständige Unternehmen in der Branche, die stolz sind Seilbahner zu sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Auswärtiger schnell Fuß fassen kann. Ich glaub es ist ein Ziel, dass die Salzburger Gebiete auch in Salzburger Hand bleiben.

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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