Mehr Mangelberufe

Leichterer Job-Zugang für ausländische Fachkräfte

Österreich
03.12.2018 11:18

Zuwanderer mit Fertigkeiten, für die es in Österreich zu wenig Personal gibt, sollen ab Jänner leichter auf unseren Arbeitsmarkt kommen können. Die türkis-blaue Bundesregierung hat dazu eine Reform der sogenannten Rot-Weiß-Rot-Karte beschlossen. Erstmals werden die gesuchten Berufe je nach Bedarf der Bundesländer aufgelistet.

Bei der Mangelliste wird künftig unterschieden zwischen einer Bundesliste und einer lokalen, die auf die regionalen Bedürfnisse eingeht. In Kärnten ist etwa Maurer nun ein Mangelberuf, Kellner werden speziell in Salzburg, Tirol und Vorarlberg gesucht, in Oberösterreich fehlen in gleich 18 Berufen (z.B. Fleischhauer, Zuckerbäcker, Buchhalter) inländische Fachkräfte. Einzig in Wien und dem Burgenland wurden keine eigenen Listen erstellt, beide Bundesländer sind von der Regionalisierung ausgenommen.

Gaststätten bleiben in Tirol zur Verabreichung von Speisen bis 15 Uhr offen. Alle anderen Gastrobetriebe müssen ganz schließen. (Bild: thinkstockphotos.de)
Gaststätten bleiben in Tirol zur Verabreichung von Speisen bis 15 Uhr offen. Alle anderen Gastrobetriebe müssen ganz schließen.

Einkommenshürden gesenkt
Neben dieser länderweisen Bedarfserhebung gibt es noch eine bundesweite mit künftig 45 statt bisher 27 Berufen. So sind etwa Köche sowie Diplom-Pflegepersonal überall Mangelware. Parallel werden zudem auch die Zugangshürden für besonders ausgebildete Personen gesenkt. So muss man für die Rot-Weiß-Rot-Karte künftig nicht schon bei der Bewerbung einen Mietvertrag vorweisen, weiters genügt bei Unter-30-Jährigen ein geringeres Einkommen von 2052 Euro statt bisher 2565 Euro. Bei den Über-30-Jährigen wird die geforderte Gehaltssumme von 3078 auf 2565 Euro gesenkt.

(Bild: Zerbor/stock.adobe.com)

„Wo Schlüsselarbeitskräfte fehlen, braucht Österreich qualifizierte Zuwanderung“
„Wo Schlüsselarbeitskräfte fehlen, braucht Österreich qualifizierte Zuwanderung,“ sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP). Auch der freiheitliche Teil der Regierungsmannschaft kann mit der Reform offenkundig leben: „Wir brauchen qualifizierte Zuwanderer nur dort, wo es nicht genug ausreichend qualifizierte österreichische Arbeitskräfte gibt. Alleine daran orientiert sich die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte“, so Innenminister Herbert Kickl.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP)

Der ÖGB kritisierte hingegen die Regierungspläne für die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte und der Mangelberufsliste. „Offensichtlich will die Regierung nicht die besten Köpfe, sondern die billigsten“, sagte der Leitende Sekretär Bernhard Achitz am Montag.

Kronen Zeitung/krone.at

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